Auszeichnung fürs Lebenswerk

Christoph Meckel erhält Hebel-Preis 2018

Der Erzähler und Lyriker Christoph Meckel wird mit dem Johann-Peter-Hebel-Preis 2018 des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Seine Werke würden "durch ihre Zeitlosigkeit bestechen", so Kunstministerin Theresia Bauer.

Christoph Meckel

Christoph Meckel © Annette Pohnert / Carl Hanser Verlag

"Zu Christoph Meckels zentralen Motiven gehört das Unterwegssein sowie ein Hang ins Weite und Unbekannte", erklärt Bauer in einer Mitteilung an die Medien. Er konfrontiere in seinem Werk mit zivilisatorischen Schattenseiten, dem Schicksal von Flüchtlingen, mit Randexistenzen und einer von Krieg und Naturkatastrophen heimgesuchten Welt. "Damit ist er sehr aktuell und sein Werk macht deutlich, wie sich in der Literatur die gelebte Realität einer Gesellschaft widerspiegeln und kulturelle Kreativität mit sprachlicher Tradition verbinden kann." 

Die Jury betont: In der Gegenwartsliteratur nehme Christoph Meckel seit langem einen herausragenden Platz ein. "Seine Werke zeichnen sich durch eine zwischen Fantasie und Kriegserfahrung changierende Themen- und Formenvielfalt aus. Virtuos beherrscht er die Kurzzeile wie das Langgedicht, mit dem er ein eigenes, zwischen Lyrik und Prosa, Erzählung und Reflexion sich bewegendes Genre etabliert. Sprachliche Präzision, Bilderreichtum, ein spielerisch-experimenteller Stil, ein mitunter expressionistischer Ton, freie Rhythmen, ungebundenes Versmaß und balladeske Erzählgedichte stehen neben traditionellen Formen wie Sonett, Ode und (Volks-)Lied." Sein nicht minder umfangreiches Prosawerk umfasst Erzählungen, Romane, Essays und Kinderbücher. "Mit dem Preis soll Meckels lyrisches und erzählerisches Lebenswerk aus sechs Jahrzehnten gewürdigt werden." 

Christoph Meckel, 1935 in Berlin geboren, wuchs in Freiburg auf und studierte Grafik in Freiburg und München. Seit 1956 arbeitet er als Schriftsteller, Übersetzer, Grafiker und Illustrator. Für seine Bücher wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Rainer-Maria-Rilke-Preis für Lyrik, dem Georg-Trakl-Preis für Lyrik, dem Joseph-Breitbach-Preis und zuletzt 2016 mit dem Hölty-Preis für sein lyrisches Lebenswerk.

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet traditionell am 10. Mai in Hausen im Wiesental statt.

Zum Preis

Der vom Land Baden-Württemberg mit 10.000 Euro dotierte Johann-Peter-Hebel-Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Ausgezeichnet werden Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die durch ihr literarisches Werk dem alemannischen Sprachraum oder dem Dichter Johann Peter Hebel verbunden sind. Er wird auch an Übersetzer, Essayisten, Medienschaffende und Wissenschaftler vergeben, die sich um die Pflege des Werkes von Johann Peter Hebel oder um die Literatur des alemannischen Sprachraums verdient gemacht haben.

Die Jury setzt sich aus Wissenschaftlern, Autoren sowie Literaturkritikern aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Frankreich zusammen.

Zu den bisherigen Preisträgern des Johann-Peter-Hebel-Preises gehören Albert Schweitzer, Max Picard, Otto Flake, Claude Vigée, Carl Jacob Burckhardt, Martin Heidegger, Marie Luise Kaschnitz, Elias Canetti, Emma Guntz, Arno Geiger, Arnold Stadler, Karl-Heinz Ott, Franz Hohler und Lukas Bärfuss.

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