Börsenverein fordert die unverzügliche Freilassung von Gui Minhai

"Die Situation der Meinungsfreiheit in China ist katastrophal"

Chinesische Sicherheitskräfte haben den Buchhändler und Verleger Gui Minhai, ein schwedischen Staatsbürger mit Wohnsitz in Honkong, am vergangenen Samstag in der Nähe Pekings festgenommen. Der Börsenverein verurteilt die Entführung aufs Schärfste und fordert seine "unverzügliche Freilassung".

Alexander Skipis

Alexander Skipis © Claus Setzer

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sagt in einer Mitteilung des Verbands: "Wir verurteilen die Entführung Gui Minhais aufs Schärfste und fordern seine unverzügliche Freilassung. Die Situation der Meinungsfreiheit in China ist katastrophal und verschärft sich zunehmend. Das zeigen schon die Zensurforderungen gegenüber wissenschaftlichen Verlagen wie Cambridge University Press oder Springer Nature. Diesen Repressalien dürfen wir uns nicht beugen. Wir fordern die Bundesregierung und die EU-Kommission auf, Schweden in seinen Bemühungen um die Freilassung Gui Minhais zu unterstützen. Die Meinungsfreiheit darf nicht zum Verhandlungsgegenstand werden, auch nicht zugunsten wirtschaftlicher Interessen. Sie ist ein Menschenrecht und nicht verhandelbar – das muss auch China verstehen."

Der schwedische Staatsbürger Gui wurde bereits 2015 in Thailand verschleppt und fand sich in chinesischer Gefangenschaft wieder. Im letzten Jahr ließ die chinesische Justiz ihn angeblich frei, sein Aufenthaltsort blieb aber unklar. Gui steht unter konsularischem Schutz Schwedens.

Gui Minhai hat in Hongkong regimekritische Schriften verlegt und verkauft. Der internationale Verlegerverband International Publishers Association hatte Gui Minhai in diesem Monat für die Shortlist des Prix Voltaire, einen Preis für das Eintreten für Meinungsfreiheit, ausgewählt (siehe Archiv).

Statement der schwedischen Regierung

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