Filmemacher wurde 94

Alexander Kluge ist tot

26. März 2026
Redaktion Börsenblatt

Alexander Kluge ist gestorben. Der Filmemacher und Schriftsteller verstarb am Mittwoch im Alter von 94 Jahren in München. Das bestätigte sein Verlag.

Alexander Kluge mit Gehstock

Alexander Kluge

Alexander Kluge, geboren 1932 in Halberstadt, gilt als einer der Wegbereiter des Neuen Deutschen Films. Als Mitunterzeichner des Oberhausener Manifests von 1962 forderte er eine radikale Erneuerung des westdeutschen Kinos. Zu seinen bekanntesten filmischen Werken zählen "Abschied von gestern" (1966), der bei den Filmfestspielen in Venedig mit einem Silbernen Löwen ausgezeichnet wurde, sowie "Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos" (1968), der dort den Goldenen Löwen gewann. Er war zudem maßgeblich am Episodenfilm "Deutschland im Herbst" (1978) beteiligt.

Neben seiner filmischen Arbeit schuf Kluge ein umfangreiches literarisches Werk. Dafür erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kleist-Preis (1985), den Heinrich-Böll-Preis (1993) und den Georg-Büchner-Preis (2003), die vielleicht renommierteste literarische Ehrung im deutschsprachigen Raum. 2009 wurde ihm der Theodor-W.-Adorno-Preis verliehen.

Seit den 1980er-Jahren prägte Kluge zudem die deutsche Fernsehlandschaft. Mit seiner Produktionsfirma DCTP (Development Company for Television Program) produzierte er Kultur- und Interviewformate, die auf privaten Sendern wie SAT.1 und RTL ausgestrahlt wurden.