Ausschluss vom Deutschen Buchhandlungspreis

"Äußerst fragwürdig"

4. März 2026
Redaktion Börsenblatt

Drei Buchhandlungen, die für den Deutschen Buchhandlungspreis vorgesehen waren, wurden nachträglich aus der Liste der Ausgezeichneten gestrichen: Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels kritisiert den Ausschluss und das intransparente Verfahren.

Porträt von Sebastian Guggolz mit grünem Pulli vor grauem Hintergrund

Sebastian Guggolz

Die Würdigung der kulturellen Leistung einer Buchhandlung von einer etwaigen politischen Ausrichtung ihres Sortiments abhängig zu machen, lehnen wir grundsätzlich ab.

Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins

In einem Statement des Börsenvereins zum Deutschen Buchhandlungspreis sagt Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins, zur Sache:

"Der Deutsche Buchhandlungspreis ist eine wertvolle Auszeichnung, mit der seit Jahren unabhängige Buchhandlungen und ihr Engagement für das kulturelle Leben vor Ort, für unsere Gesellschaft und die Demokratie gewürdigt werden. Die Kunst- und Meinungsfreiheit sind für die Arbeit der Buchhandlungen und unsere gesamte Gesellschaft von größter Bedeutung. Umso wichtiger ist es, dass Entscheidungen über Preisträger transparent und primär an kulturellen Kriterien ausgerichtet sind.

An dem hier offenbar angewendeten Haber-Verfahren sind aus unserer Sicht erhebliche Zweifel angebracht. Das Prüfverfahren und die Ergebnisse bleiben für die Betroffenen geheim und sind somit nicht anfechtbar. Die Würdigung der kulturellen Leistung einer Buchhandlung von einer etwaigen politischen Ausrichtung ihres Sortiments abhängig zu machen, lehnen wir grundsätzlich ab. 'Extremistische und terroristische Organisationen, Gruppierungen oder Einzelpersonen' zu vermuten, wie sie durch das Haber-Verfahren erkannt werden sollen, bleibt äußerst fragwürdig, solange keine konkreten Anhaltspunkte offengelegt werden.

Wir als Börsenverein setzen uns ausdrücklich ein für die Freiheit des Wortes, die Vielfalt des literarischen Angebots und die Unabhängigkeit der Buchhandlungen als Orte des offenen, kritischen Austauschs."