Wer im Kulturausschuss zum Thema "Meinungs- und Kunstfreiheit im geförderten Kulturbetrieb" Stellung beziehen durfte, war im Vorlauf klar geregelt. Jede Fraktion durfte Experten für das Fachgespräch vorschlagen. Alle benannten Sachverständigen reichten außerdem vorab eine schriftliche Stellungnahme mit ihrer Einschätzung ein.
Anlass für die Runde im Kulturausschuss: Die umstrittene Entscheidung von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, drei nominierte Buchhandlungen im Nachgang vom Deutschen Buchhandlungspreis 2025 auszuschließen – mit dem Verweis auf nicht näher benannte verfassungsschutzrechtliche Bedenken (mehr dazu hier).
Beim Fachgespräch dabei:
- Jasper Prigge, der im Rechtsstreit um den Deutschen Buchhandlungspreis 2025 die drei nachträglich ausgeschlossenen Buchhandlungen vertritt, war von der Fraktion Die Linke vorgeschlagen worden.
- Buchhändlerin Susanne Dagen vom Dresdner Buchhaus Loschwitz wurde von der AfD-Fraktion benannt.
- Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, nahm auf Vorschlag der SPD-Fraktion teil.
- Markus Hilgert von der Universität der Künste (Vorschlag der CDU/CSU-Fraktion)
- Sophie Schönberger von der Freien Universität Berlin (Vorschlag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen).
Nicht dabei war der, um den es eigentlich ging: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hatte die Ausschuss-Sitzung offenbar nach einer halben Stunde schon wieder verlassen – und damit vor dem Fachgespräch. Oder, wie die "FAZ" in ihrem Bericht zur Sitzung anmerkt: "Der Hauptdarsteller ging nach dem ersten Akt von der Bühne."