Ruben Felder über das permanente Todesunken im Sortiment

Die Lust am Abgesang

14. Juli 2026
Ruben Felder

Egal was du tust: Arbeite nicht im Buchhandel. Diesen Satz hörte Ruben Felder als Teenager – und er hört ihn bis heute. Dabei sind Buchhandlungen immer noch da.

Ruben Felder

Ruben Felder (Jahrgang 2000) ist Buchhändler, Blogger und Podcaster. Seit Kurzem betreut er Social Media für die Penguin Random House Verlagsgruppe.

Als Teenager ging ich nahezu jede Woche in die Buchhandlung. Meine Stammbuchhändlerin kam auf mich zu, sobald ich den Laden betrat, und drückte mir die nächsten Empfehlungen in die Hand. Über die Jahre freundete ich mich mit ihr an. Und als ich sie fragte, wie man denn Buchhändler wird, antwortete sie schonungslos: Egal was du tust, geh nicht in den Buchhandel.

Die Angst des Handels

Ich denke oft an diese Warnung, die mir später immer wieder begegnete. Meine Ausbildung begann zu Coronazeiten, und damit kam die spürbare Angst des Einzelhandels, der sich durch ausbleibende Laufkundschaft vor dem Existenzende sah. Selbst im Bewerbungsgespräch blitzte das Wort der Warnung auf, als ich meine Beweggründe erklären sollte. Dann hörte ich es wieder bei einer Beratung zum E-Reader. Einige Kolleg:innen gingen davon aus, wir würden unseren eigenen Untergang verkaufen. Auch im Gespräch über Social Media, in vielen kleinen und großen Momenten meiner Karriere hörte ich das Todesunken.

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