Buchhandlung am Mühlenkamp schließt, Heymann eröffnet

Eine Buchhandlung als Konstante

7. Mai 2026
Christina Busse

Das letzte Buch ging in der Buchhandlung am Mühlenkamp in Hamburg am 23. April über den Tresen, während die Kundschaft sich von Inhaberin Kerstin Westphal verabschiedete. Nach einer Umbauphase eröffnet am selben Ort eine Filiale der Buchhandlung Heymann.

Fassade der Buchhandlung am Mühlenkamp

Buchhandlung am Mühlenkamp in Hamburg-Winterhude

Bei einem Glas Sekt wünschten Kund:innen Kerstin Westphal alles Gute für den bevorstehenden Ruhestand. "Ich werde Sie vermissen!", betonte eine Kundin, die seit Jahrzehnten auf ihre Empfehlungen setzte. Seit 46 Jahren war die Buchhändlerin vor Ort.

Übernahme im Jahr 1993

1980 startete sie in der damaligen Buchhandlung Ruthmann ihre Ausbildung. Seitdem ist sie dem Standort in Hamburg-Winterhude treu geblieben, hat besonders in den vergangenen 20 Jahren den Wandel im Stadtteil zwischen Alster und Stadtpark miterlebt. Statt Woolworth, Schlachter und anderen Läden, in denen man den täglichen Bedarf decken konnte, gibt es heute neben dem Einzelhandel überwiegend Cafés, Bars und Restaurants. Der Mühlenkamp hat sich zu einer Ausgehmeile entwickelt.

Kerstin Westphal hat die Buchhandlung im Jahr 1993 übernommen, gemeinsam mit Jörg Bauer, der bei Felix Jud gelernt hatte und 1980 als Kollege ins Team am Mühlenkamp kam. Zusammen mit ihren Mitarbeiter:innen haben sie über die Jahrzehnte erfolgreich dafür gesorgt, dass die Buchhandlung in der belebten Einkaufsstraße gut frequentiert wurde. Ihre Buchhandlung war eine Konstante. Andere Sortimente im Stadtteil wurden nach und nach geschlossen, teils, weil die Inhaber in Ruhestand gingen, teils, weil es sich nicht mehr rentierte.

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