Offener Brief

Kritik am geplanten Weimer-Auftritt in Buchenwald

24. März 2026
Sabine Cronau

Am 12. April soll Kulturstaatsminister Wolfram Weimer ein Grußwort in Buchenwald sprechen – bei der Gedenkfeier zum 81. Tag der Befreiung des Konzentrationslagers. Dagegen rührt sich nun Protest, auch mit Verweis auf den Deutschen Buchhandlungspreis.

Wolfram Weimer ernst schauend

Wolfram Weimer

Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, gibt es einen Offenen Brief, der von der Vorsitzenden der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora, Katinka Poensgen, und dem Vorsitzenden der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora, Horst Gobrecht, unterzeichnet worden ist. Beide Organisationen vertreten die Angehörigen politischer Häftlinge, die in der NS-Zeit in Buchenwald inhaftiert waren.

Laut "Spiegel" werfen sie Weimer vor, er habe es an Verständnis für KZ-Überlebende missen lassen. So habe Weimer mehrfach das Heinrich-Heine-Zitat „Der Taufschein ist die Eintrittskarte zur europäischen Kultur“ benutzt. Das bedeute, wie es in dem Brief heiße, „für viele der ehemaligen Häftlinge des Lagers Buchenwald – und auch uns als Nachkommen und politischen Nachfolgern von Überlebenden, dass wir aus ihrer Sicht nicht zum Bereich der europäischen Kultur gehören.“

Wir sind überzeugt davon, unsere Angehörigen hätten auch zum Kundenkreis der drei Buchläden gehören können.

Aus dem Offenen Brief

Bezug zum Buchhandlungspreis

Die Unterzeichnenden nehmen in dem Offenen Brief außerdem Bezug auf die Debatte zum Deutschen Buchhandlungspreis: „Wir sind überzeugt davon, unsere Angehörigen hätten auch zum Kundenkreis der drei Buchläden gehören können. Bei Verhaftungen durch die Gestapo wurde bei ihnen nachweislich linke Literatur beschlagnahmt.“

Hape Kerkeling ist Enkel eines Überlebenden des KZ Buchenwald. Er wird am 12. April die Ansprache halten – nach den geplanten Grußworten von Wolfram Weimer und Thadäus König, Präsident des Thüringer Landtags.