Diesen Enthusiasmus für die Lehre teilt auch Ruben Höppner. Der Slawist, der neben seiner Tätigkeit als Dozent an der Universität Potsdam im Sommer 2024 den Anthea Verlag übernahm, bezeichnet seine Lehraufträge als "einer meiner Lieblingstage in der Woche". Es sei "unfassbar schön", den Horizont junger Menschen zu erweitern, von ihnen aber auch herausgefordert zu werden. Die Gründung seines Verlags, der bereits mit dem Deutschen Verlagspreis ausgezeichnet wurde, war für ihn ein bewusster Schritt aus dem akademischen Betrieb hinein in die "echte Welt", um dort wirksamer zu sein. Als Verleger hat er sich auf tschechische Literatur spezialisiert und wird mit dem Anthea Verlag auf der kommenden Frankfurter Buchmesse mit einem eigenen Stand vertreten sein.
So viele unterschiedliche Aufgaben erfordern jedoch eine klare Struktur. Insbesondere für Höppner, der den Verlag größtenteils allein stemmt (mit Unterstützung durch seine Partnerin und anderen), war Zeitmanagement anfangs der "Endgegner". Seine Strategie heute: Er plant feste "Dates mit sich selber", in denen er sich fokussiert nur einem Thema widmet. Das Wichtigste sei jedoch, Pausen zu machen und Feierabend zu respektieren, um einem Burnout vorzubeugen.