Der Kampf um die Deutungshoheit
Der Streit um die zurückgezogenen Titel des Ravensburger Verlags offenbart eine Debattenkultur, die das Ende jeder sinnvollen Auseinandersetzung bedeutet. Ein Kommentar von Michael Roesler-Graichen.
Der Streit um die zurückgezogenen Titel des Ravensburger Verlags offenbart eine Debattenkultur, die das Ende jeder sinnvollen Auseinandersetzung bedeutet. Ein Kommentar von Michael Roesler-Graichen.
Der Fall "Der junge Häuptling Winnetou" offenbart einmal mehr, wie es um die Debattenkultur in unserem Lande, nicht nur in der Buchbranche, steht. Eine Reihe von Personen, darunter womöglich auch Menschen indigener Herkunft, empören sich darüber, dass der Ravensburger Buchverlag Bücher zu einem Film herausgibt, der angeblich rassistische und postkolonialistische Klischees oder Stereotype befördere. Ob das überhaupt zutrifft, sei zunächst einmal dahingestellt. Der betroffene Verlag zieht die Titel zurück und begründet dies mit einer sorgfältigen Abwägung zwischen den Interessen der Liebhaber:innen eines klassischen Erzählstoffs und den Empfindungen derjenigen, die darin eine Verharmlosung oder Verdrängung des Genozids und der Unterdrückung der indigenen Völker Nordamerikas sehen.
ich würde mich freuen, wenn Sie ihren Kommentar über die B+ Bezahlschranke heben, damit die Diskussion sich nicht aufteilt in eine mein-Arbeitgeber-hat-mir das Abo-Passwort-verraten- und eine Rest-Branchen-Öffentlichkeit.
Besonders wenn ich den letzten Kommentar von Bert B. lese, der einen pauschalen Generationenkonflikt als Ursache des Winnetou-Dramas herausstellt, muss ich daran denken, dass besonders die jungen Kolleg:innen schlicht keinen BörsenblattPlus Zugang haben. (Falls Ihnen selbst ein Leserschwund der jungen Generation aufgefallen sein sollte, wäre das vielleicht eine eigene Analyse wert).
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