Leipziger Buchmesse: Erste Reaktionen

"Die Absage trifft die ohnehin angeschlagene Buchbranche hart"

29. Januar 2021
von Börsenblatt

Die Leipziger Buchmesse fällt pandemiebedingt aus - zum zweiten Mal. Was bedeutet das für die Branche? Erste Einschätzungen von Börsenvereinsvorsteherin Karin Schmidt-Friderichs und von Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.

Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins

Umso wichtiger ist es, dass wir trotzdem Wege finden, um im Frühjahr das Lesen zu feiern.

Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins

"Wir bedauern sehr, dass die Leipziger Buchmesse nicht stattfinden kann. Die Verantwortlichen hatten eine schwierige Entscheidung zu treffen, die angesichts der zurzeit unklaren Corona-Perspektiven verständlich ist.

Die Leipziger Buchmesse handelt verantwortungsbewusst und beweist Respekt gegenüber der Branche, daher verdient ihre Entscheidung auch unseren Respekt. Die Absage trifft die ohnehin angeschlagene Buchbranche hart. Bücher verlieren zum zweiten Mal im Frühjahr eine wichtige Plattform für ihre Sichtbarkeit und ganz Deutschland ein wichtiges Lesefest, das in hohem Maße Buchbegeisterung und die Debatte über wichtige gesellschaftliche Themen in die ganze Republik ausstrahlt. Es ist daher umso wichtiger, dass wir als Branche gemeinsam mit den Medien trotzdem Wege finden, um im Frühjahr eine große Öffentlichkeit für Bücher herzustellen und das Lesen zu feiern.“

Mit Blick auf Oktober empfinden wir eine besondere Verantwortung, Sichtbarkeit für das Buch zu schaffen.

Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse

„Für die deutsche Buchbranche ist die Leipziger Buchmesse das wichtigste Medienereignis im Frühjahr. Dass diese Veranstaltung nun abgesagt werden muss, ist ein herber Schlag: für die Branche, für Autor*innen, das Publikum und für die Veranstalter. Angesichts der zu diesem Zeitpunkt unübersichtlichen Pandemiesituation ist diese schwierige Entscheidung verantwortungsbewusst und nachvollziehbar.

Mit Blick auf Oktober empfinden wir eine besondere Verantwortung, die Branche zu unterstützen und Sichtbarkeit für das Buch zu schaffen. Wir planen die Frankfurter Buchmesse vom 20. bis 24. Oktober 2021 auf dem Messegelände einschließlich digitaler Angebote.

Wir gehen davon aus, dass sich die Pandemiesituation bis dahin entscheidend verändert haben wird. Unsere Planungen passen wir laufend den geltenden Bestimmungen an. Im Februar werden wir das Konzept der Frankfurter Buchmesse 2021 präsentieren und die Anmeldeunterlagen für Aussteller*innen zur Verfügung stellen.“