Literatur unterm Sternenhimmel

LIT:potsdam öffnet neue Räume

9. Juni 2026
Redaktion Börsenblatt

Die LIT:potsdam 2026 beginnt am 30. Juni und steht unter dem Motto "Die Sprache der Sterne". Bis zum 5. Juli verbindet das Festival Literatur, Wissenschaft, Philosophie und Raumfahrt an verschiedenen Spielorten in Potsdam.

Sternenfunkeln in der Bücherwelt

Festival startet

In drei Wochen beginnt das Hauptfestival der LIT:potsdam 2026, wie die Veranstalter mitteilten. Vom 30. Juni bis 5. Juli stehen Lesungen, Gespräche und Filmvorführungen unter dem Motto "Die Sprache der Sterne" auf dem Programm; am 7. Juli folgt erstmals eine Satellitenveranstaltung in Brandenburg an der Havel.

Das Festival fragt nach Herkunft, Orientierung und Zukunft. Sterne erscheinen dabei als Projektionsfläche, Kalender, Navigationshilfe und Anlass für Geschichten.

Auftakt mit Schrott

Eröffnet wird das Festival am 30. Juni mit Raoul Schrott. Im Gespräch mit Denis Scheck liest er den Sternenhimmel als Archiv menschlicher Vorstellungskraft. Sternbilder, Schöpfungserzählungen und astronomisches Wissen verbinden sich dabei zu einer literarischen Kartografie des Himmels.

Am 1. Juli treffen im Thalia-Kino Heino Falcke und Michael Köhlmeier aufeinander. Falcke spricht als Astronom über die sichtbaren Grenzen von Raum und Zeit, Köhlmeier über Mythen und kulturelle Erinnerung. Danach zeigt das Festival den Film "Der Astronaut – Project Hail Mary" mit Sandra Hüller und Ryan Gosling.

Raumfahrt und Literatur

Am 2. Juli untersucht Sibylle Anderl in "Die Philosophie des Sternenhimmels" mit Dirk Lorenzen den Blick in den Himmel zwischen Naturwissenschaft, Erkenntnis und Sprache. Am selben Abend sprechen Astronautin Samantha Cristoforetti und ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher mit Anne-Dore Krohn über europäische Raumfahrt, Missionen sowie das Verhältnis von Erde und All.

Der Galaabend am 3. Juli in der Villa Jacobs ist der Gegenwartsliteratur gewidmet. Judith Hermann liest aus "Ich möchte zurückgehen in der Zeit", Christoph Ransmayr gibt Einblick in sein Work-in-Progress "Swan oder Der Puls der Sterne". Moderiert wird der Abend von Anne-Dore Krohn und Denis Scheck.

Weitere Spielorte

  • Am 4. Juli liest Ulrich Woelk im Großen Refraktor auf dem Telegrafenberg aus "Die Einsamkeit des Astronomen"; die Lesung ist mit einer Führung durch den Wissenschaftspark verbunden. Außerdem stellt Gaea Schoeters "Das Geschenk" vor, und Frank Schätzing spricht über "Spaceboy", David Bowie, Science-Fiction und Verwandlung.
  • Der 5. Juli beginnt mit dem Bücherfest in der Schiffbauergasse. Auf der Seebühne folgt die musikalische Lesung "Umlaufbahnen" nach dem Roman von Samantha Harvey mit Harald Lesch und Alexandra Gruber. Zum Abschluss liest Florian Illies aus "Träume aus Feuer" und erzählt unter dem Titel "Der Alchemist auf der Pfaueninsel" von Johannes Kunckel, dem ersten Bewohner der Pfaueninsel. Das Gespräch moderiert Thomas Böhm.
  • Am 7. Juli ist die LIT:potsdam erstmals in Brandenburg an der Havel zu Gast. In der St. Johanniskirche stellt Ulrich Woelk unter dem Titel "Blicke in den Himmel" die Romane "Die Einsamkeit des Astronomen" und "Der Sommer meiner Mutter" vor.
  • Zum Festival gehört auch ein Schulprogramm: Zwischen dem 15. Juni und 5. Juli lesen Autor:innen an Schulen in Potsdam und der Region. Tickets und weitere Informationen zum Programm gibt es unter www.litpotsdam.de.