Gelegentlich kommt es zu Situationen, die Susann herausfordern. Sie erzählt, dass ihre Buchhandlung in manchen Kreisen als "linker, alternativer Ort" verschrien ist. Nicht allen gefällt der neue Wind, den das kleinodd bringt. Doch die Inhaberin positioniert sich klar: "Ich habe mit meinen demokratischen Werten nie hinterm Berg gehalten. Wir sind als Laden laut und Menschen kommen gezielt hierher, weil sie eben die Werte suchen, die hier in der Gegend so wenig repräsentiert sind. Es trifft mich schon, wenn sich Leute davon angegriffen fühlen, aber ich sehe auch, dass wir viel Hoffnung geben." In einer kleinen Stadt wie Waldenburg begegnet man sich zwangsläufig immer wieder. Das sieht sie als große Chance: "Der Laden ist direkt gegenüber vom Rathaus, das teilweise ganz andere Werte vertritt als wir. Durch diese Nähe lerne ich, dass ich ihnen ruhig ein bisschen mehr zutrauen und sie nicht immer so mit dem Vorschlaghammer konfrontieren darf. Und ich glaube, sie merken auch, dass es mir und uns allen eigentlich darum geht, dass unsere Stadt aufblüht. Dass wir hier vor Ort Angebote schaffen können – und ich denke, diese Nähe birgt auch Potenzial für ein Miteinander."