Samanta Schweblin ausgezeichnet

Neuer Literaturpreis mit einer Million Euro Preisgeld

13. April 2026
Redaktion Börsenblatt

Die in Berlin lebende Autorin Samanta Schweblin ist in Spanien mit dem neuen "Premio Aena" ausgezeichnet worden – dotiert mit einer Million Euro. Die hohe Summe und die Trägerschaft durch die Flughafenbetreibergesellschaft Aena lösen Debatten aus.

Samanta Schweblin

Samanta Schweblin

Die argentinische Schriftstellerin Samanta Schweblin (48) hat in Spanien den erstmals vergebenen Premio Aena gewonnen. Ausgezeichnet wurde ihr Erzählungsband "Das gute Übel" (Suhrkamp, ins Deutsche übersetzt von Marianne Gareis; Original "El buen mal"), der zum besten spanischsprachigen Buch des Jahres 2025 gewählt wurde.

Der Premio Aena ist mit 1 Million Euro dotiert und gehört damit – zusammen mit dem seit 1952 vergebenen Planeta-Preis – zu den höchstdotierten Literaturauszeichnungen der spanischsprachigen Welt. Verliehen wird der neue Preis von der spanischen Flughafenbetreibergesellschaft Aena, an der der Staat 51 Prozent hält.

Stimmen zum Buch

"El buen mal" versammelt mehrere Erzählungen. Die Zeitung "El País" bezeichnete das Buch als "Katalog der Einsamkeiten". Suhrkamp spricht von "gestochen scharfen Horrorgeschichten", in denen "uns die Monster des Alltäglichen so nahe" kommen, "dass wir ihren Atem im Nacken spüren".

Schweblin, 1978 in Buenos Aires geboren und seit 2012 in Berlin lebend, stand bereits zweimal auf der Shortlist für den International Booker Prize. Ihre Bücher sind in 25 Sprachen übersetzt; 2008 erhielt sie für den Erzählungsband "Die Wahrheit über die Zukunft" den Premio Casa de las Américas.

Debatte um Dotierung und Trägerschaft

In ihrer Dankesrede betonte Schweblin, Literaturpreise zeichneten überwiegend Romane aus und berücksichtigten Kurzprosa nur selten. Die Entscheidung für ihren Band sei auch eine "Absichtserklärung" zur Unterstützung von Kurzgeschichten. Angesichts einer Welt, die "scheinbar auseinanderfällt", müsse man auf Literatur als Gegenkraft zu Krieg und Gewalt setzen.

Der Aena-Preis hat in Spanien Debatten ausgelöst – sowohl wegen der Trägerschaft durch ein staatsnahes Unternehmen als auch wegen der Höhe der Dotierung. Aena-Präsident Maurici Lucena Betriu verteidigte die Summe gegenüber "La Vanguardia": "Ist eine Million für ein Buch zu viel, wenn Fußballstars wie Cristiano Ronaldo 200 Millionen im Jahr verdienen?"