Einzelhandel unterstützen

Athesia zahlt Weihnachtsgeld vorzeitig aus

19. Oktober 2020
von Börsenblatt

Die Debatte, die Weihnachtsgeldzahlungen vorzuziehen, trägt Früchte. Der Athesia Kalenderverlag zahlt im Oktober aus.

Frühes Weihnachtsgeld - und damit Weihnachtsgeschenke schon im Herbst kaufen. Copyright massonforstock / depositphotos

Der Athesia Kalenderverlag habe die Diskussion, zur Unterstützung des Einzelhandels das Weihnachtsgeld an die Mitarbeiter vorzeitig auszuzahlen, positiv aufgenommen, wie der Verlag mitteilt. Deshalb hat man sich im Verlag darauf geeinigt, das Weihnachtsgeld bereits mit dem Oktober-Gehalt auszuzahlen.

„Für die Publikumsverlage ist der Einzelhandel vor dem Online-Handel unverändert der Hauptabsatzweg. Ein starker Einzelhandel trägt auch zur Stabilität der Verlage bei. Es ist unbestritten, dass der Einzelhandel in der Corona-Krise leidet, vor allem ein Frequenzproblem hat und jeden Kaufanreiz gebrauchen kann“, so die Athesia-Geschäftsfürher Paulette Lamber und Jürgen Horbach.

Sie weisen auch darauf hin, dass eine zeitliche Entzerrung von Weihnachtseinkäufen auch der Häufung von Kaufwilligen in der Vorweihnachtszeit in den Innenstädten und somit steigenen Infektionszahlen entgegenwirkt

„Wir betrachten dies als eine Solidaritätsaktion mit dem gesamten Einzelhandel und dem stationären Buchhandel, der aus unserer Sicht diese Unterstützung verdient, und verbinden die frühere Auszahlung des Weihnachtsgeldes mit der Bitte an unsere Mitarbeiter, weniger online einzukaufen und die gewonnene Zeit für Einkäufe im stationären Handel zu nutzen“, ergänzen die Geschäftsführer.

Die Diskussion um die vorgezogenen Weihnachtsgeldzahungen kam am Wochenende durch mehrere Politiker auf. Der rheinland-pfälzische CDU-Fraktionschef Christian Baldauf sagte gegenüer der „Bild“, dass vorgezogene Auszahlungen Menschen dabei bestärkten könnte, ihre Weihnachtseinkäufe schon in den nächsten Wochen zu erledigen. Der Handel müsste sich dann „vor einem hoffentlich vermeidbaren zweiten Lockdown vor Weihnachten nicht ganz so stark fürchten.“

Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post wies auf die Möglichkeit hin, „die Lage in den Einkaufszonen im Weihnachtsgeschäft zu entspannen“.