Geschäftsjahr 2025/2026

Bastei Lübbe: Umsatz wächst, EBIT sinkt

14. Juli 2026
Redaktion Börsenblatt

Bastei Lübbe hat im Geschäftsjahr 2025/2026 den Umsatz gesteigert, die Profitabilität ging jedoch zurück. Der Konzern begründet das unter anderem mit einem margenschwächeren Programmmix, höheren Kosten und Zukunftsinvestitionen.

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Sitz von Bastei Lübbe in Köln

Die börsennotierte Bastei Lübbe AG ist im Geschäftsjahr 2025/2026 in einem anspruchsvollen Marktumfeld gewachsen, hat aber deutlich an Profitabilität eingebüßt. Der Konzernumsatz stieg um 3,8 Prozent auf 118,4 Millionen Euro (Vorjahr: 114,0 Millionen Euro). Das Konzern-EBIT sank auf 9,3 Millionen Euro, die EBIT-Marge lag bei 7,9 Prozent (Vorjahr: 15,0 Prozent). Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 9. September eine Dividende von 25 Cent je Aktie vor (Vorjahr: 36 Cent).

Als Gründe für den Ergebnisrückgang nennt das Unternehmen insbesondere einen margenschwächeren Umsatz- und Programmmix mit höheren Produktions- und Honorarkosten sowie unterplanmäßige Umsatzentwicklungen in besonders margenstarken Bereichen. Hinzu kämen höhere betriebliche Aufwendungen und strategische Zukunftsinvestitionen in neue und innovative Produkte, Märkte und Marken. Vorstandschef Soheil Dastyari erklärt: Man habe "marktbedingt margenschwächeren Umsatz gegen margenstarken tauschen" müssen, was das Ergebnis belastet habe. Im kommenden Geschäftsjahr wolle man das "zurücktauschen" und die Marge wieder anheben.

Soheil Dastyari

Soheil Dastyari, Vorstandsvorsitzender der Bastei Lübbe AG

Community-Anteil sinkt – LYX kann "Maxton Hall"-Effekt nicht wiederholen

Bastei Lübbe verweist auf ein attraktives Programm mit Blockbuster-Veröffentlichungen der etablierten Verlagsmarken. Gleichzeitig konnte die Community-Marke LYX den außergewöhnlichen Vorjahreserfolg durch die Amazon-Prime-Adaption "Maxton Hall" auf Basis von Mona Kastens Roman "Save Me" nicht wiederholen. Der Umsatzanteil der community-getriebenen Geschäftsmodelle sank um neun Prozentpunkte auf 30 Prozent (Vorjahr: 39 Prozent). Der digitale Anteil an den Umsatzerlösen stieg leicht auf 32 Prozent (Vorjahr: 31 Prozent).

Im Segment Buch stieg der Umsatz von 107,0 Millionen Euro auf 111,4 Millionen Euro. Genannt werden unter anderem erfolgreiche Neuveröffentlichungen von Dan Brown und Ken Follett bei Lübbe. Baumhaus legte laut Mitteilung aufgrund der anhaltend starken Nachfrage nach Jeff Kinneys Reihe "Gregs Tagebuch" um 20,0 Prozent zu. Umsatzeinbußen verzeichneten hingegen die community-getriebenen Modelle der Verlagsmarken LYX, Community Editions und ONE. Positiv entwickelte sich der Audio-Bereich: Die Umsätze von Download- und Streaming-Inhalten lagen 6,4 Prozent über Vorjahr, während die Umsätze mit Hörbuch-CDs stagnierten. Unterstützt wurde das Umsatzwachstum des Segments Buch laut Unternehmen außerdem durch die erstmalige Vollkonsolidierung der Siebter Himmel Bastei Lübbe GmbH nach deren erfolgreicher Geschäftserweiterung sowie den Erwerb der Papertoons GmbH.

Im Segment "Romanhefte" lag der Umsatz mit 7,0 Millionen Euro wie erwartet nahezu auf Vorjahresniveau, das Segment-EBIT betrug 0,7 Millionen Euro und lag damit zwar unter Vorjahr, aber über der Prognose.

Höhere Materialquote und Investitionen drücken die Marge

Die Kosten stiegen im Geschäftsjahr 2025/2026 laut Unternehmen mit 11,5 Prozent deutlich überproportional zum Umsatz. Besonders der Materialaufwand nahm zu: von 55,5 Millionen Euro auf 64,2 Millionen Euro. Die Materialaufwandsquote stieg von 48,7 Prozent auf 54,2 Prozent. Begründet wird das mit einem hochwertigen, publikumsstarken Programmmix – unter anderem reichweitenstarke Spitzentitel und aufwendig ausgestattete Printausgaben – sowie mit unterplanmäßigen Entwicklungen in margenstarken Bereichen.

Der Personalaufwand lag mit 22,7 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 22,6 Millionen Euro). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 2,2 Millionen Euro auf 23,0 Millionen Euro, im Wesentlichen durch höhere IT-Aufwendungen sowie Werbe- und Vertriebskosten. Abschreibungen erhöhten sich von 2,5 Millionen Euro auf 3,1 Millionen Euro.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg auf 10,8 Millionen Euro (Vorjahr: -0,6 Millionen Euro). Der Free Cashflow lag bei 9,1 Millionen Euro (Vorjahr: -1,8 Millionen Euro). In der Bilanz nennt das Unternehmen eine Eigenkapitalquote von 60,5 Prozent und ein Nettofinanzvermögen von 11,7 Millionen Euro. Die Bilanzsumme lag zum Ende des Geschäftsjahres bei 109,0 Millionen Euro (Vorjahr: 114,3 Millionen Euro). Zudem wurde eine Wertminderung der 20-prozentigen Beteiligung an der Räder GmbH um 5,0 Millionen Euro erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Ausblick 2026/2027: Umsatz stabil, Profitabilität soll steigen

Für das Geschäftsjahr 2026/2027 erwartet der Vorstand einen Konzernumsatz zwischen 118 und 122 Millionen Euro (Berichtsjahr: 118,4 Millionen Euro). Das Segment Buch soll zwischen 111 und 115 Millionen Euro erreichen (Berichtsjahr: 111,4 Millionen Euro), das Segment Romanhefte etwa 7 Millionen Euro (Berichtsjahr: 7,0 Millionen Euro). Das EBIT soll deutlich überproportional zum Umsatz steigen und bei 10 bis 12 Millionen Euro liegen (Berichtsjahr: 9,3 Millionen Euro). Als Hebel nennt das Unternehmen unter anderem die Optimierung des Druckaufwands und die Reduktion der Honoraraufwandsquote sowie Kostendisziplin.