Frauen sind in den deutschen Führungsetagen weiterhin deutlich unterrepräsentiert: Nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) waren 2024 lediglich 29,1% der Führungspositionen von Frauen besetzt. Dieser Wert liegt nicht nur deutlich unter dem Durchschnitt in der EU (35,2%), sondern scheint in Deutschland auch festgezurrt: Seit 2014 habe sich der Anteil der weiblichen Führungskräfte praktisch nicht verändert, beobachten die Bundesstatistiker. Der geringe Anteil an Leitungspositionen falle besonders auf, weil Frauen hierzulande immerhin fast 47% aller Erwerbstätigen stellen.
In der Buchverlagsbranche arbeiten sogar mehrheitlich Frauen: Laut Arbeitsmarkt-Mikrozensus 2024 liegt der Anteil der weiblichen Beschäftigten in der Branche bei gut 56%. Der relativ hohe Frauenanteil spiegelt sich tendenziell bei den Führungskräften wider. Darauf deutet das Ranking „Die 100 größten Verlage“ hin, in dem für jedes Unternehmen auch die jeweilige Geschäftsführung benannt ist; 60 Verlage nennen zudem auch ihre leitenden Mitarbeitenden. Insgesamt sind im Verlagsranking mehr als 500 Führungspersonen gelistet.
Der Langzeitvergleich dieser Daten zeigt: Die Chefinnen-Quote ist seit 2005 zunächst in kleinen Schritten gestiegen, hat zuletzt aber spürbarer zugenommen (s. Tabelle 1):
- In der Geschäftsführung der Verlage ist die Frauenquote in den vergangenen 20 Jahren von 12 auf aktuell 35% gestiegen.
- Bei den Leitenden ist die Frauen-Männer-Verteilung bereits seit Jahren recht ausgeglichen. Der Frauenanteil liegt aktuell wie im Vorjahr um 50%.