Mit dem beabsichtigten Vetorecht beim BKM drohe diese Vielfalt unter Generalverdacht gestellt zu werden. "Kultur lebt von Unabhängigkeit und Diskurs – nicht von staatlicher Beobachtung", betont Verbandsvoritzende Lena Falkenhagen. "Allein die Ankündigung einer politischen Prüfung verbreitet ein Gefühl der Überwachung in der Literaturszene und macht die Kunst weniger frei."
Daher fordert der Verband deutscher Schriftsteller*innen die Bundesregierung auf,
- die Unabhängigkeit der Jurys im Allgemeinen und dieser Jury im Speziellen zu wahren und den Deutschen Verlagspreis weiterhin in die Hände von Fachleuten aus der Branche zu legen.
- transparente und partizipative Prozesse zu gewährleisten, die alle Akteur:innen der Literaturszene einbeziehen.
- kulturelle Förderung als Chance zu verstehen – nicht als Gegenstand staatlicher Beobachtung.
"Wir rufen alle dazu auf, sich für die Bewahrung der kulturellen Autonomie einzusetzen", so Falkenhagen. "Staatliche Förderung, ob in Preisverleihungen oder anderen Formen, müssen Förderungen der kulturellen Errungenschaften bleiben – nicht der politischen Orientierung."