"Den Deutschen Buchhandlungspreis gibt es seit 2015, in diesem Jahr soll er zum 11. Mal verliehen werden. Ausgezeichnet werden Buchhandlungen, die sich 'im besonderen Maße um das Kulturgut Buch und das kulturelle Leben vor Ort verdient gemacht haben'.
10 Jahre lang erfuhren wir Buchhändlerinnen und Buchhändler auf diese Weise eine große Wertschätzung für unsere Arbeit. Mitnichten empfanden wir die Preisgelder als Fördergelder, wir wurden für unsere Leistung an die Gesellschaft anerkannt, ausgezeichnet von einer unabhängigen Jury. Auch 2025 kam diese unabhängige Jury zu einem Ergebnis und nominierte 118 Buchhandlungen.
Für uns alle unfassbar strich Kulturstaatsminister Weimer 3 Buchhandlungen aus der Liste der Nominierten. Bei den drei betroffenen Buchhandlungen handelt es sich um 'Zur schwankenden Weltkugel' in Berlin, 'Rote Straße' in Göttingen und 'Golden Shop' in Bremen. Sie zeichnen sich durch ein Sortiment aus, das Themen wie Antikapitalismus, Feminismus und antikoloniales Denken umfasst.
Wir protestieren entschieden gegen diese Streichung und erklären hiermit deutlich unsere Solidarität mit den ausgeschlossenen Buchhandlungen. Wir haben uns entschieden, zusammenzulegen, um den Kolleginnen und Kollegen ihr Preisgeld zu ersetzen. Mehr als die Hälfte der nominierten Buchläden erklärte sich bei einem ersten spontanen Rundruf bereit, Geld ans Sozialwerk des Deutschen Buchhandels zu überweisen, damit auch diese Buchhandlungen ihren Preis bekommen.
Außerdem laden wir die Kollegen aus Göttingen, Bremen und Berlin zur Preisverleihung nach Leipzig ein, um mit uns gemeinsam zu feiern. Auch wenn beim sogenannten Festakt die Tagesordnung vorgibt, dass innerhalb von 1 Stunde Preise an 115 Buchhandlungen übergeben werden und wir in dieser Zeit auch noch Sekt trinken sollen, wollen wir uns unser Fest nicht nehmen lassen und haben auch schon ein paar Ideen, wie uns das gelingen könnte.
Im Namen von 118 zum Deutschen Buchhandlungspreis nominierten Buchhandlungen.
Ich plädiere für eine strukturelle Förderung unabhängiger Buchhandlungen, damit diese das Kulturgut Buch weiter anbieten können, ohne dass die BetreiberInnen selbst prekär leben müssen. So ist es nämlich jetzt weitgehend.
Allen Beteiligten eine entspannte Feier in Leipzig ohne ...
Dem Kommentar von "Prosa" möchte ich ebenfalls beipflichten. Dieselbe wirtschaftliche Erfahrung habe ich bei den Preisverleihungen an meine Buchhandlung in gleicher Weise erfahren. Da bleibt wirklich nur ein Teil zur Verwendung in der Buchhandlung.
Ulrike Schmidt, Buchhandlung Schmidt