Halbjahresbilanz von Bastei Lübbe

Die Kölner verdienen mehr – trotz geringerem Umsatz

Bastei Lübbe hat im ersten Halbjahr (1. April bis 30. September) seines laufenden Geschäftsjahrs 43,2 Millionen Euro erwirtschaftet − 8,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Ertragssteuer (EBIT) verbesserte sich dennoch auf 2,4 Millionen Euro (Vorjahr: minus 0,2 Mio. Euro). Die Kölner blicken zudem optimistisch auf das Weihnachtsgeschäft.

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Ulrich Zimmermann

Ulrich Zimmermann © Daniel Biskup / Lübbe

Das geht aus dem Halbjahres-Finanzbericht von Bastei Lübbe zum laufenden Geschäftsjahr 2019/20 hervor. Das Geschäft entwickle sich weiterhin planmäßig, heißt es darin. "Stand heute können wir an unserer Umsatz- und EBIT-Prognose für das Geschäftsjahr festhalten", so Ulrich Zimmermann, Vorstand Finanzen. Er ergänzt: "Die Netto-Verschuldung konnte zum Halbjahr auf 13,5 Mio. Euro (Vorjahr 17,8 Mio. Euro) weiter erfreulich reduziert werden. Hier liegen wir sogar besser als erwartet." Die EBIT-Marge betrug 5,7 Prozent  (Vorjahr: -0,4 Prozent).

Lübbe-Toptitel: für Liebhaber historischer Stoffe

Lübbe-Toptitel: für Liebhaber historischer Stoffe © pg

Segment Buch: Klar definierte Zielgruppen

Die Umsätze von 34,2 Millionen Euro (Vorjahr: 37,5 Mio. Euro) im Segment Buch liegen laut Bilanzmitteilung programmbedingt wie geplant unter dem Vorjahreswert. Die erwartetet Schwäche des Herbstprogramms in der Belletristik habe sich hier bemerkbar gemacht. Positiv hätten sich die Umsätze beim Kinder- und Jugendbuch sowie Audio entwicklet − das hätte einen Teil des Rückgangs kompensieren können. Die Aufgrund einer verbesserten Kostenstruktur entspreche das Ergebnis von 0,8 Millionen Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro) trotzdem den Erwartungen.

Klaus Kluge

Klaus Kluge © Thilo Schmülgen

"Unsere Programmstrategie im Buchbereich fokussiert immer stärker auf klar definierte Zielgruppen, wie bei unserem New-Adult-Imprint LYX für junge Frauen. Sogenannte Welt-Blockbuster hingegen sind inzwischen schwieriger einzuschätzen", erklärt Klaus Kluge, Vorstand Programm, Vertrieb und Marketing. Spitzentitel und Top-1-Bestseller sei seit Sommer Rebecca Gablés neuer Roman "Teufelskrone", der für viele Liebhaber historischer Stoffe das Lieblingsbuch des Jahres sei.

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Segment Romanhefte: Rätselsparte wurde verkauft

Das Segment Romanhefte erzielte im ersten Halbjahr 2019/2020 einen Umsatz von 4,1 Millionen Euro (Vorjahr: 5,1 Mio. Euro) und ein EBIT von 1,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,4 Mio. Euro). Umsatz und Ergebnis lägen damit leicht oberhalb des Plans.

Die Umsatzerlöse des aktuellen Geschäftsjahres seien nur eingeschränkt vergleichbar mit denen des Vorjahres, da Bastei Lübbe die Rätselsparte mit Wirkung zum 31. Mai 2019 verkauft hat (siehe Archiv). Der negative Umsatzeffekt aus dem Verkauf belaufe sich auf circa 0,9 Mio. Euro im Berichtszeitraum. Im Segment-EBIT enthalten seien die Verkaufserlöse der Rätselsparte in Höhe von 0,4 Mio. Euro.

Trailer zum Spiel "A Year of Rain"

Trailer zum Spiel "A Year of Rain" © Daedalic

Segment Games: Erwartungen enttäuscht

Im Segment Games lägen die Zahlen mit einem Umsatz von 4,8 Millionen Euro (Vorjahr 4,8 Mio. Euro) und einem EBIT von 0,7 Mio. Euro (Vorjahr: -0,7 Mio. Euro) am unteren Ende der Erwartungen. Grund sei hier der von August auf November verschobene Erscheinungstermin des Spiels "A Year-of-Rain". "Das Games-Geschäfts ist in besonderer Weise vom Erscheinen und der Performance einzelner Spiele abhängig", erläutert CEO Carel Halff, Vorstandsvorsitzender der Kölner AG. Allerdings: Bereinigt um die im Vorjahr verkauften Beteiligungen sei der Umsatz in diesem Segment um 18,8 Prozent gesteigert worden.

Konzernergebnis

Das Ergebnis vor Ertragssteuern betrug laut Bilanz für den Bastei Lübbe Konzern 1,9 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: -0,7 Mio. Euro). Unter Berücksichtigung von Zinsen und Ertragsteuern ergebe sich ein Periodenergebnis in Höhe von 1,1 Millionen Euro nach -0,9 Mio. Euro im Vorjahr. Davon entfallen auf die Anteilseigner der Bastei Lübbe AG 1,0 Millionen Euro nach -1,0 Mio. Euro im Vorjahr. Daraus errechne sich für das erste Halbjahr 2019/2020 ein Ergebnis je Aktie von 0,07 Euro gegenüber -0,08 Euro im Vorjahreszeitraum.

Guter Start ins Weihnachtsgeschäft

Der Verlag sei letzte Woche mit einem weiteren Top-1-Besteller ins Weihnachtsgeschäft gestartet: Marc Friedrich und Matthias Weik: "Der größte Crash aller Zeiten: Wirtschaft, Politik, Gesellschaft. Wie Sie jetzt noch Ihr Geld schützen können." (siehe Archiv) Rechtzeitig vor Weihnachten sei auch der neue Band der derzeit weltweit erfolgreichsten Kinderbuch-Serie aus der Feder des US-Amerikaners Jeff Kinney erschienen "Gregs Tagebuch 14 − Voll daneben" (siehe Archiv)

"Das Weihnachtsgeschäft und damit die nächsten Wochen sind entscheidend für unser Geschäftsjahr", so CEO Carel Halff, "jetzt haben die Leserinnen und Leser das Wort".

Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Vorstand derzeit mit einem Konzernumsatz zwischen 85 und 87 Millionen Euro (Vorjahr: 95 Mio. Euro) sowie einem positiven EBIT in einer Bandbreite zwischen 3,5 und 5,3 Millionen Euro (Vorjahr: 2,7 Mio. Euro).

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