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Neue Reichweiten fürs Lesen

28. Mai 2026
TONI HECHT

Über die App Libby erhalten Leser*innen Zugang zu E-Books, Hörbüchern und Zeitschriften ihrer Bibliothek. Welche Trends prägen das digitale Lesen – und welche Chancen ergeben sich daraus für Verlage? Ein Gespräch mit Nick Forster, Senior Regional Manager EMEA bei OverDrive.

Herr Forster, 2025 haben Hörbücher erstmals die E-Books bei den Ausleihen über Libby in Deutschland, Österreich und der Schweiz überholt. Welche Entwicklungen beobachten Sie derzeit beim digitalen Lesen über Bibliotheken?

Nick Forster: Das stimmt! Während E-Books nach wie vor sehr gefragt sind, haben im Jahr 2025 erstmals Hörbücher (46 %) die E-Books (42 %) als meistgenutztes Format bei Ausleihen in Deutschland, Österreich und der Schweiz übertroffen. Die Nachfrage nach Zeitschriften liegt bei 12 %. Es ist deutlich, dass Bibliotheksnutzer*innen ein großes Interesse an Audioformaten haben – gleichzeitig muss das Nutzungserlebnis ihren Bedürfnissen entsprechen und nahtlos funktionieren, egal wann und wo sie hören möchten. Eine aktuelle ARD/ZDF-Medienstudie bestätigt diesen Trend: 94 % der Befragten gaben an, mindestens einmal pro Woche Audioinhalte zu konsumieren, 16 % der Befragten hören wöchentlich Hörbücher. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland, Österreich und der Schweiz über 6 Millionen Titel über Libby ausgeliehen – über alle Formate hinweg (E-Books, Hörbücher und Zeitschriften).

Ausleihen 2025

Libby ist inzwischen in vielen Bibliotheken etabliert. Was genau bietet die App? Und wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Plattform und Bibliotheken konkret?

Nick Forster: Libby ist eine Lese-App für Bibliotheken, über die Nutzer*innen mit ihrem Bibliotheksausweis kostenlos auf E-Books, Hörbücher und Zeitschriften zugreifen können. Entwickelt wurde die App von OverDrive – wir versorgen weltweit mehr als 92.000 Bibliotheken und Schulen in 115 Ländern mit digitalen Inhalten. Wir unterstützen Bibliotheken dabei, ihre digitalen Bestände individuell zusammenzustellen, sie an die Bedürfnisse ihrer Community anzupassen und über die Libby-App zugänglich zu machen. Gleichzeitig erhalten sie mit Libby Analyse- und Reporting-Werkzeuge, die sie bei der Weiterentwicklung ihrer Bestände unterstützen, sowie Marketingunterstützung und Aktionen wie Community-Formate, etwa die „Leselounge mit Libby“. Wir freuen uns, dass unsere App mittlerweile von Millionen Bibliotheksnutzer*innen weltweit für die einfache Bedienung und Zuverlässigkeit geschätzt wird – und für umfangreiche Funktionen, die das Lesen besonders angenehm machen.

Nick Forster

Nick Forster

OverDrive arbeitet mit über 30.000 Verlagen weltweit zusammen. Welche Rolle spielen Bibliotheksplattformen heute für Sichtbarkeit und Reichweite von Verlagsprogrammen?

Nick Forster: Eine Partnerschaft mit OverDrive eröffnet Verlagen die Chance, ihre Autorinnen und Autoren sowie deren Werke einem breiten Publikum vorzustellen und neue Leseinteressen zu wecken. Titel erreichen über OverDrive täglich ein breites Publikum an begeisterten Leser*innen sowie potenziellen Käuferinnen und Käufern. Kataloge, Buchreihen, Autorinnen und Autoren erzielen so mehr Sichtbarkeit. Und: Wir unterstützen Verlage dabei, Communities rund um ihre Inhalte aufzubauen. Unser Ziel ist es, mehr Menschen fürs Lesen zu begeistern und allen den Zugang zu Büchern zu ermöglichen.

Bibliotheken gelten traditionell als wichtige Orte der Leseförderung. Welche Rolle spielen digitale Angebote dabei?

Nick Forster: Bibliotheken sind ein unverzichtbarer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens sowie unserer Lese- und Bildungskultur. Mit Libby weiten sie diese wichtige Rolle auch stärker in den digitalen Raum aus und bieten Leser*innen einen besseren Zugang zu Büchern sowie mehr Möglichkeiten, neue Autorinnen, Autoren und Literatur zu entdecken.. Gleichzeitig eröffnen Kurations- und Kommunikationsfunktionen neue Möglichkeiten, Empfehlungen sichtbar zu machen – sowohl vor Ort als auch digital. OverDrive versteht sich dabei als Partner im Austausch zwischen Bibliotheken und Verlagen.

Welche Rolle spielt Libby bei der Entdeckung neuer Bücher?

Nick Forster: Das Fachpersonal in Bibliotheken kennt sich mit Buchempfehlungen bestens aus und Libby ist ein Tool, mit dem sie noch mehr Menschen erreichen können. Bibliotheken können in der App zum Beispiel eigene kuratierte Sammlungen erstellen, etwa saisonale Empfehlungen, prämierte Titel, regionale Themenlisten für Aktionen wie die "Nacht der Bibliotheken" oder kreative Listen wie "Es darf auch gelacht werden". Nutzer*innen schätzen es sehr, neue Titel über die Empfehlungen ihrer Bibliothek zu entdecken. Zusätzlich stellt bei Libby ein bibliothekarisches Fachteam regelmäßig neue Leselisten für Bibliotheken zusammen und hebt dabei Verlage, Autorinnen, Autoren und Genres hervor, die sonst möglicherweise weniger Beachtung finden würden.

Neben den kuratierten Themenlisten helfen auch Funktionen innerhalb der App bei der Entdeckung neuer Titel. Dazu zählen Filter wie "Sofort verfügbar" oder "Hörbücher unter 6 Stunden" sowie Sortierungen nach Genre und Format. So wird der gesamte Katalog besser genutzt und neue Autor*innen werden sichtbar. Davon profitieren alle: die Leser*innen ebenso wie die Verlage und die Bibliotheken.

 

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