In einer Zeit, in der viele Menschen bewusster über ihren Fleischkonsum nachdenken, blickt "Ochsenkopf" dorthin, wo viele lieber nicht allzu genau hinsehen: weiße Gummistiefel, das Bolzenschussgerät, eine beruhigende Hand auf dem Maul der Kuh, und, eben noch lebendig, hängt sie wenig später geköpft und ausgeweidet an ihrem linken Hinterbein von der Decke. Manik Sarkar gelingt dabei etwas Bemerkenswertes: Mit großer atmosphärischer Dichte öffnet er den Blick in die Welt seines Protagonisten, erzählt mitunter Verstörendes mit derselben beiläufigen Selbstverständlichkeit wie das Alltägliche und erzeugt so einen erzählerischen Sog und eine Komik, denen sich Leser*innen kaum entziehen können. Die Begeisterung für das Debüt ist schon vor Erscheinen groß: "Dieses Buch ist ein Juwel, großartig und unglaublich gut geschrieben. Manik Sarkar ist ein hervorragender Stilist", urteilt der niederländische Schriftsteller Maarten ’t Hart.
Der niederländische Autor und Übersetzer Manik Sarkar wurde durch ein historisches Handbuch für Metzger auf die Welt aufmerksam, die später zum Schauplatz seines Debüts wurde. Die Sprache und Schönheit des Handwerks faszinierten ihn sofort, erklärt er. Nach vielen Jahren, in denen er unter anderem Philippe Claudel und Joël Dicker ins Niederländische übertrug, hat er sich mit "Ochsenkopf" nun seinen Kindheitstraum erfüllt: das eigene Buch.