Die inhaltliche Ausrichtung des Verlags entspricht ihrem Wesen, wie Karolina sagt. "Ich bin super neugierig, hab schon immer viel erzählt. Das ist auch die Grau-DNA: Wir schreiben, dass wir ein Verlag sein wollen, dessen Bücher sich anfühlen wie Gespräche mit Freund:innen", schlägt sie den Bogen zum Sachbuch-Label Grau. Aus einem Herzenswunsch heraus sei der Verlag entstanden. "Ich war schon immer eine Person, die viel hinterfragt hat, und bin im Team dafür bekannt, dass ich Menschen darauf stoße, wenn mir etwas nicht so gut gefällt. Ich habe einfach Bock, was zu verändern, und das funktioniert nur, wenn wir offen Feedback und neue Ideen mitbringen. Würden wir immer das Gleiche machen, wäre so etwas wie Grau nicht passiert."
Karolinas klares Anliegen war, Creator:innen über tiefe Erfahrungen schreiben zu lassen, um Wissen auf persönliche und popkulturelle Art zu vermitteln. "Die Ideen, ersten Konzepte, eine erste Programmauswahl kam von mir." An der Gründung 2025 waren auch die Kolleg:innen aus der Geschäftsleitung sowie Vermarktung und Lektorat maßgeblich beteiligt. Für die Leitung des kleinen Projektteams aus drei Personen hat Karolina aber weitgehend freie Hand. "Wir arbeiten eigenständig, sind kleine Unternehmerinnen im Unternehmen."
Ein paar Sitzungen Leadership Coaching hatte sie, viel entscheidender ist aber die fortwährende Reflexion. "Ich musste immer mit dem, was passiert, mitwachsen." Karolina hinterfragt eben nicht nur Bestehendes wie Verlagsstrukturen, sondern auch sich selbst: "Habe ich das deutlich kommuniziert, klar genug gebrieft?" Sie spricht ihre Wünsche für Grau offen aus, "für mein Verlagsbaby", wie sie liebevoll sagt. "Ich musste lernen, mit dieser Verantwortung rauszugehen und hinter dem zu stehen, was ich verlange." Ihre ursprüngliche Vision für das Label Grau behält sie immer im Blick.