2026 ist nicht Alice Horáčkovás erste Frankfurter Buchmesse, aber so intensiv wie in diesem Jahr hat sie Deutschland noch nie erlebt. Am Dienstag war sie in Göttingen, eine Station ihrer zurückliegenden und auch noch bevorstehenden langen Lesereise. Von dort ging es mit dem Zug nach Prag und am Donnerstag mit dem Flugzeug nach Frankfurt am Main. "Die interessanteste Etappe bisher war Furth im Wald. Dort habe ich im Rahmen der grenzüberschreitenden Veranstaltungsreihe '80 Jahre Vertreibung' mit Studenten diskutiert, die mehrheitlich wie ich aus 'geteilten' Familien stammen. Sie wollten ganz exakt wissen, wie ich meinen Vater und meinen Onkel und viele andere befragt habe, um die Geheimnisse zu lüften." Horáčková weist darauf hin, dass die Zahl der interessierten Leser:innen immer größer werde; Enkel und Urenkel von Vertriebenen würden unbefangener und neugieriger mit der Vergangenheit umgehen. Sie würden Fragen stellen nach ihren Familien, die damals für die Deutschen zu wenig deutsch und für die Tschechen nicht richtig tschechisch waren.
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