Bildergalerie: Deutscher Buchpreis

Die Longlist 2017

Orte und Reisen haben große Bedeutung im Werk von Mirko Bonné. Seine 2009 und 2013 für den Deutschen Buchpreis nominierten Romane »Wie wir verschwinden« und »Nie mehr Nacht« führen nach Frankreich – so wie auch sein neuer Roman »Lichter am Tag«: Die im falschen Leben und in der falschen Liebe eingesperrte Hauptfigur Raimund Merz will endlich das Richtige tun und setzt sich auf die Spur des Licht-und-Schatten-Malers Camille Corot. Mit sensibler Sprache sucht der Roman Licht ins Dunkel einer lebensschiefen Vierecksgeschichte zu bringen. -> Mirko Bonné: »Lichter als der Tag«, Schöffling & Co., 336 S., 22 €

Die 20 auf der Longlist nominierten Titel für den Deutschen Buchpreis 2017 im Schnelldurchlauf

Orte und Reisen haben große Bedeutung im Werk von Mirko Bonné. Seine 2009 und 2013 für den Deutschen Buchpreis nominierten Romane »Wie wir verschwinden« und »Nie mehr Nacht« führen nach Frankreich – so wie auch sein neuer Roman »Lichter am Tag«: Die im falschen Leben und in der falschen Liebe eingesperrte Hauptfigur Raimund Merz will endlich das Richtige tun und setzt sich auf die Spur des Licht-und-Schatten-Malers Camille Corot. Mit sensibler Sprache sucht der Roman Licht ins Dunkel einer lebensschiefen Vierecksgeschichte zu bringen. -> Mirko Bonné: »Lichter als der Tag«, Schöffling & Co., 336 S., 22 €

© Heike Bogenberger

Gerhard Falkner gilt als herausragender deutscher Gegenwartslyriker. Spät erst hat der Autor den Roman für sich entdeckt. Mit »Apollokalypse« war er im vorigen Jahr bereits Longlist-Kandidat beim Deutschen Buchpreis. Auf das umfangreiche Erinnerungswerk über das protestbrodelnde Kreuzberg der 80er Jahre lässt Falkner nun eine Romankomödie über einen Schriftsteller auf Reisen folgen: Kurt Prinzhorn ist zu einem Autoren­treffen in Innsbruck eingeladen. Wer hat ein Schaumbad in seinem Hotelzimmer genommen? Wer seinen Schlüsselbund entwendet? So beginnt eine Kette mysteriöser Ereignisse. -> Gerhard Falkner: »Romeo oder Julia«, Berlin Verlag, September, 224 S., 20 €

Gerhard Falkner gilt als herausragender deutscher Gegenwartslyriker. Spät erst hat der Autor den Roman für sich entdeckt. Mit »Apollokalypse« war er im vorigen Jahr bereits Longlist-Kandidat beim Deutschen Buchpreis. Auf das umfangreiche Erinnerungswerk über das protestbrodelnde Kreuzberg der 80er Jahre lässt Falkner nun eine Romankomödie über einen Schriftsteller auf Reisen folgen: Kurt Prinzhorn ist zu einem Autoren­treffen in Innsbruck eingeladen. Wer hat ein Schaumbad in seinem Hotelzimmer genommen? Wer seinen Schlüsselbund entwendet? So beginnt eine Kette mysteriöser Ereignisse. -> Gerhard Falkner: »Romeo oder Julia«, Berlin Verlag, September, 224 S., 20 €

© Alexander Paul Englert

Franzobel heißt eigentlich Franz Stefan Griebl. Auf ein Genre lässt sich der Wahlwiener nicht festlegen, er schreibt Prosa, Lyrik, Theaterstücke.Sein neuer Roman ist die Geschichte einer Katastrophe auf der Grundlage einer wahren Begebenheit: Auf einem Floß treiben 1816 nach einem Schiffsunglück nahezu 150 Menschen – französische Soldaten und Kolonialbeamte zumeist – vor Afrika, nur 15 von ihnen werden am Ende gerettet. Was sich in der Zwischenzeit auf den eilig festgezurrten Brettern abgespielt haben muss, davon erzählt der Autor – anschaulich und drastisch. ->  Franzobel: »Das Floß der Medusa«, 
Paul Zsolnay Verlag, 592 S., 26 €

Franzobel heißt eigentlich Franz Stefan Griebl. Auf ein Genre lässt sich der Wahlwiener nicht festlegen, er schreibt Prosa, Lyrik, Theaterstücke.Sein neuer Roman ist die Geschichte einer Katastrophe auf der Grundlage einer wahren Begebenheit: Auf einem Floß treiben 1816 nach einem Schiffsunglück nahezu 150 Menschen – französische Soldaten und Kolonialbeamte zumeist – vor Afrika, nur 15 von ihnen werden am Ende gerettet. Was sich in der Zwischenzeit auf den eilig festgezurrten Brettern abgespielt haben muss, davon erzählt der Autor – anschaulich und drastisch. ->  Franzobel: »Das Floß der Medusa«, Paul Zsolnay Verlag, 592 S., 26 €

© Dirk Skiba

Monika Helfer hat Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Versagende Eltern und gefährdete Kinder – das ist das große Thema, der Ton ihrer Werke changiert zwischen dem Märchenhaften und sozialem Realismus. Einfühlsam schildert sie auch in »Schau mich an, wenn ich mit dir rede!« Eltern-Kind-Beziehungen mit ihrem Überschuss an Ängsten, Wünschen und ­Hoffnungen, mit ihren Verfehlungen und Glücks­momenten. Ungewöhnlich ist die Bezugsebene dieses neuen Romans: die schwarzen Kino-Komödien der Brüder Ethan und Joel Coen, allen voran »The Big Lebowski«. Da ist Augenzwinkern mit eingeplant.
-> Monika Helfer: »Schau mich an, wenn ich mit dir rede!«, Jung und Jung, 186 S., 20 €

Monika Helfer hat Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Versagende Eltern und gefährdete Kinder – das ist das große Thema, der Ton ihrer Werke changiert zwischen dem Märchenhaften und sozialem Realismus. Einfühlsam schildert sie auch in »Schau mich an, wenn ich mit dir rede!« Eltern-Kind-Beziehungen mit ihrem Überschuss an Ängsten, Wünschen und ­Hoffnungen, mit ihren Verfehlungen und Glücks­momenten. Ungewöhnlich ist die Bezugsebene dieses neuen Romans: die schwarzen Kino-Komödien der Brüder Ethan und Joel Coen, allen voran »The Big Lebowski«. Da ist Augenzwinkern mit eingeplant. -> Monika Helfer: »Schau mich an, wenn ich mit dir rede!«, Jung und Jung, 186 S., 20 €

© Fotowerk Aichner

Christoph Höhtkers Roman »Das Jahr der Frauen« bringt die Wiederbegegnung mit Frank ­Stremmer, jenem zynisch schwadronierenden Antihelden, der bereits in Höhtkers Debüt »Die schreckliche Wirklichkeit des Lebens an meiner Seite« im Mittelpunkt stand. Dieses Mal schließt Stremmer mit seinem Psychotherapeuten eine heikle Neujahrswette ab: Zwölf Frauen will er in zwölf Monaten verführen. Wenn ihm das gelingt, darf er sich umbringen. Übrigens: Der in Bielefeld geborene Autor lebt und arbeitet heute in Genf, weshalb er mit »Alles sehen« im Vorjahr für den Schweizer Buchpreis nominiert war. -> Christoph Höhtker: »Das Jahr der Frauen«, Weissbooks, 256 S., 22 €

Christoph Höhtkers Roman »Das Jahr der Frauen« bringt die Wiederbegegnung mit Frank ­Stremmer, jenem zynisch schwadronierenden Antihelden, der bereits in Höhtkers Debüt »Die schreckliche Wirklichkeit des Lebens an meiner Seite« im Mittelpunkt stand. Dieses Mal schließt Stremmer mit seinem Psychotherapeuten eine heikle Neujahrswette ab: Zwölf Frauen will er in zwölf Monaten verführen. Wenn ihm das gelingt, darf er sich umbringen. Übrigens: Der in Bielefeld geborene Autor lebt und arbeitet heute in Genf, weshalb er mit »Alles sehen« im Vorjahr für den Schweizer Buchpreis nominiert war. -> Christoph Höhtker: »Das Jahr der Frauen«, Weissbooks, 256 S., 22 €

© Alexandra Sonntag

Thomas Lehr gilt als einer »der klügsten und brillantesten Schriftsteller« (»FAZ«) im Land. Seinen Lesern verlangt er einiges ab: Während »September. Fata Morgana« ohne Punkt und Komma auskam, gibt es in »Schlafende Sonne« keine Absätze. »Ich kann nichts daran ändern«, sagt der Autor, »denn die Form meiner Bücher ist kein Zufall, sondern entwickelte Notwendigkeit.« In seinem neuen Roman porträtiert Thomas Lehr ein ganzes deutsches Jahrhundert  vom Ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart. Doch damit nicht genug: Das Buch ist lediglich der erste Teil eines auf mehrere Bände angelegten Großprojekts.
-> Thomas Lehr: »Schlafende Sonne«,
 Carl Hanser Verlag, 640 S., 26 €

Thomas Lehr gilt als einer »der klügsten und brillantesten Schriftsteller« (»FAZ«) im Land. Seinen Lesern verlangt er einiges ab: Während »September. Fata Morgana« ohne Punkt und Komma auskam, gibt es in »Schlafende Sonne« keine Absätze. »Ich kann nichts daran ändern«, sagt der Autor, »denn die Form meiner Bücher ist kein Zufall, sondern entwickelte Notwendigkeit.« In seinem neuen Roman porträtiert Thomas Lehr ein ganzes deutsches Jahrhundert vom Ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart. Doch damit nicht genug: Das Buch ist lediglich der erste Teil eines auf mehrere Bände angelegten Großprojekts. -> Thomas Lehr: »Schlafende Sonne«, Carl Hanser Verlag, 640 S., 26 €

© Lilli Kern

Der Schweizer Jonas Lüscher führt die Leser in seinem neuen Roman »Kraft« an die kalifornische Stanford University, wo der Autor selbst Stipendiat war. Im Roman reist Richard Kraft, Rhetorikprofessor in Tübingen, nach Stanford, um an einem wissenschaftlichen Wettbewerb teilzunehmen und eine Million Dollar abzuräumen. Doch das erweist sich als schwieriger als gedacht. Jonas Lüscher hat wenig Mitleid mit seinem Protagonisten: »Das Herstellen von Nähe ist mir suspekt und interessiert mich eigentlich nur im Zusammenspiel mit Distanz«, erklärt er ein Grundprinzip seines Schreibens.
- > Jonas Lüscher: »Kraft«, C. H. Beck, 237 S., 19,95 €

Der Schweizer Jonas Lüscher führt die Leser in seinem neuen Roman »Kraft« an die kalifornische Stanford University, wo der Autor selbst Stipendiat war. Im Roman reist Richard Kraft, Rhetorikprofessor in Tübingen, nach Stanford, um an einem wissenschaftlichen Wettbewerb teilzunehmen und eine Million Dollar abzuräumen. Doch das erweist sich als schwieriger als gedacht. Jonas Lüscher hat wenig Mitleid mit seinem Protagonisten: »Das Herstellen von Nähe ist mir suspekt und interessiert mich eigentlich nur im Zusammenspiel mit Distanz«, erklärt er ein Grundprinzip seines Schreibens. - > Jonas Lüscher: »Kraft«, C. H. Beck, 237 S., 19,95 €

© Ekko von Schwichow

Seit einigen Jahren widmet Robert Menasse seine Gedanken der Europäischen Union, etwa in seinem Buch »Der Europäische Landbote«. Wie ein Ethnologe hat Menasse die Brüsseler Bürokraten studiert und manche Klischees über die »labyrinthisch« wuchernde und »lähmende« europäische Verwaltung widerlegt gefunden. Seine Erfahrungen fließen nun ein in den Roman »Die Hauptstadt«, womit einmal nicht Berlin gemeint ist. Brüssel als Inspiration und Hoffnung – kein Zweifel, Robert Menasse legt eines der interessantesten Bücher dieses Herbstes vor, in dem es zudem überraschend »schweinisch« zugeht.
-> Robert Menasse: »Die Hauptstadt«, Suhrkamp, September, 459 S., 24 €

Seit einigen Jahren widmet Robert Menasse seine Gedanken der Europäischen Union, etwa in seinem Buch »Der Europäische Landbote«. Wie ein Ethnologe hat Menasse die Brüsseler Bürokraten studiert und manche Klischees über die »labyrinthisch« wuchernde und »lähmende« europäische Verwaltung widerlegt gefunden. Seine Erfahrungen fließen nun ein in den Roman »Die Hauptstadt«, womit einmal nicht Berlin gemeint ist. Brüssel als Inspiration und Hoffnung – kein Zweifel, Robert Menasse legt eines der interessantesten Bücher dieses Herbstes vor, in dem es zudem überraschend »schweinisch« zugeht. -> Robert Menasse: »Die Hauptstadt«, Suhrkamp, September, 459 S., 24 €

© Jeff Mangione

Birgit Müller-Wieland studierte Germanistik und Philosophie, sie arbeitete zunächst als Journalistin und gab Schreib-Workshops. Seit 1996 konzentriert sie sich ganz auf das eigene literarische Schreiben. Seit ihrem Debüt, dem Prosaband »Die Farbensucherin«, ist eine ganze Reihe weiterer Bücher von ihr erschienen: Erzählungen, Romane, Gedichte. »Birgit Müller-Wieland ist keine der bekanntesten, aber eine der besten Autorinnen ihrer Generation«, wurde über die Österreicherin gesagt, die nach Jahren in Berlin heute in München lebt. Ihr aktueller Roman »Flugschnee« erzählt von der Macht des Verschwiegenen und der Fragilität einer Familie. 
-> Birgit Müller-Wieland: »Flugschnee«, Otto Müller, 343 S., 20 €

Birgit Müller-Wieland studierte Germanistik und Philosophie, sie arbeitete zunächst als Journalistin und gab Schreib-Workshops. Seit 1996 konzentriert sie sich ganz auf das eigene literarische Schreiben. Seit ihrem Debüt, dem Prosaband »Die Farbensucherin«, ist eine ganze Reihe weiterer Bücher von ihr erschienen: Erzählungen, Romane, Gedichte. »Birgit Müller-Wieland ist keine der bekanntesten, aber eine der besten Autorinnen ihrer Generation«, wurde über die Österreicherin gesagt, die nach Jahren in Berlin heute in München lebt. Ihr aktueller Roman »Flugschnee« erzählt von der Macht des Verschwiegenen und der Fragilität einer Familie. -> Birgit Müller-Wieland: »Flugschnee«, Otto Müller, 343 S., 20 €

© Andrea Huber

»Schreckliche Gewalten« ist der zweite Roman von Jakob Nolte, der mit 28 Jahren der jüngste unter den Nominierten ist. Sein Debüt »Alff« erschien zunächst nur als elektronische Fassung im E-Book-Verlag Fiktion, erst später kam die gebundene Buchausgabe bei Matthes & Seitz hinzu. »Ich mag Bücher auf Papier sehr«, sagt er. Das Internet bleibt für ihn trotzdem ein wichtiges Betätigungsfeld. »Tegel Media« heißt ein Online­magazin, das Jakob Nolte mitbegründet hat. Im Roman »Schreckliche Gewalten« entwirft er ein veritables Horrorszenario, das zuweilen an das ­Überdrehte eines Quentin-Tarantino-Films erinnert.
-> Jakob Nolte: »Schreckliche Gewalten«, Matthes & Seitz Berlin, 340 S., 22 €

»Schreckliche Gewalten« ist der zweite Roman von Jakob Nolte, der mit 28 Jahren der jüngste unter den Nominierten ist. Sein Debüt »Alff« erschien zunächst nur als elektronische Fassung im E-Book-Verlag Fiktion, erst später kam die gebundene Buchausgabe bei Matthes & Seitz hinzu. »Ich mag Bücher auf Papier sehr«, sagt er. Das Internet bleibt für ihn trotzdem ein wichtiges Betätigungsfeld. »Tegel Media« heißt ein Online­magazin, das Jakob Nolte mitbegründet hat. Im Roman »Schreckliche Gewalten« entwirft er ein veritables Horrorszenario, das zuweilen an das ­Überdrehte eines Quentin-Tarantino-Films erinnert. -> Jakob Nolte: »Schreckliche Gewalten«, Matthes & Seitz Berlin, 340 S., 22 €

© Rachel Israela

Als »eine der schönsten, zärtlichsten Liebes­geschichten in deutscher Sprache« wurde 2002 Marion Poschmanns Debütroman »Baden bei Gewitter« gelobt. Einen Namen gemacht hat sie sich dann als Lyrikerin. Gilbert Silvester, der Held ihres neuen, mit feinem Humor aufwartenden Romans, ist ein gedemütigter Privatdozent, der neuerdings zur Bartforschung verpflichtet wurde, und ein Ehemann, der schlecht träumt und sich betrogen glaubt. In einer paranoiden Kurzschlusshandlung fliegt Silvester nach Japan, um auf Pilgerpfaden zu wandeln und beim Anblick des Mondes über den Kieferninseln ­Beruhigung zu finden.
-> Marion Poschmann: »Die Kieferninseln«, Suhrkamp, September, 160 S., 20 €

Als »eine der schönsten, zärtlichsten Liebes­geschichten in deutscher Sprache« wurde 2002 Marion Poschmanns Debütroman »Baden bei Gewitter« gelobt. Einen Namen gemacht hat sie sich dann als Lyrikerin. Gilbert Silvester, der Held ihres neuen, mit feinem Humor aufwartenden Romans, ist ein gedemütigter Privatdozent, der neuerdings zur Bartforschung verpflichtet wurde, und ein Ehemann, der schlecht träumt und sich betrogen glaubt. In einer paranoiden Kurzschlusshandlung fliegt Silvester nach Japan, um auf Pilgerpfaden zu wandeln und beim Anblick des Mondes über den Kieferninseln ­Beruhigung zu finden. -> Marion Poschmann: »Die Kieferninseln«, Suhrkamp, September, 160 S., 20 €

© Heike Steinweg

Kerstin Preiwuß, Jahrgang 1980, wuchs in Plau am See und in Rostock auf. Sie ist Absolventin des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig und unterrichtet dort heute selbst angehende Schriftsteller. Ihr Romandebüt »Restwärme« erschien 2014. Mit dem aktuellen Roman kehrt Kerstin Preiwuß, die mittlerweile in Leipzig lebt, zurück in die mecklenburgische Provinz, »eine schöne Landschaft zum Aufbau von Seniorenheimen«, wie die Autorin selbst mit unverhohlener Ironie sagt: »Nach Onkalo« erzählt von Menschen am Rand, von Abgehängten, die jedoch eine erstaunliche Widerstandsfähigkeit beweisen.
-> Kerstin Preiwuß: »Nach Onkalo«, Berlin Verlag, 240 S., 20 €

Kerstin Preiwuß, Jahrgang 1980, wuchs in Plau am See und in Rostock auf. Sie ist Absolventin des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig und unterrichtet dort heute selbst angehende Schriftsteller. Ihr Romandebüt »Restwärme« erschien 2014. Mit dem aktuellen Roman kehrt Kerstin Preiwuß, die mittlerweile in Leipzig lebt, zurück in die mecklenburgische Provinz, »eine schöne Landschaft zum Aufbau von Seniorenheimen«, wie die Autorin selbst mit unverhohlener Ironie sagt: »Nach Onkalo« erzählt von Menschen am Rand, von Abgehängten, die jedoch eine erstaunliche Widerstandsfähigkeit beweisen. -> Kerstin Preiwuß: »Nach Onkalo«, Berlin Verlag, 240 S., 20 €

© Jorinde Gersina

Robert Prosser ist viel herumgekommen in der Welt – er war längere Zeit in Asien, im arabischen Raum und in England. Prosser mag nicht nur das Unterwegssein, er hat auch ein Faible für Hip-Hop, Poetry-Slams und Lyrik-Performances, für die er europaweit auf Tour ist. Überdies hat er Babelsprech mitbegründet, ein Projekt zur internationalen Förderung junger Poesie. Auch seine Prosa öffnet den Blick. Sein aktueller Roman »Phantome« rückt ein Stück nahezu vergessener jüngerer euro­päischer Geschichte in den Blick – den Jugosla­wien­krieg. Während einer jungen Frau die Flucht nach Wien glückt, bleiben ihr Vater und ihr Freund zurück. 
-> Robert Prosser: »Phantome«, Ullstein fünf, September, 320 S., 20 €

Robert Prosser ist viel herumgekommen in der Welt – er war längere Zeit in Asien, im arabischen Raum und in England. Prosser mag nicht nur das Unterwegssein, er hat auch ein Faible für Hip-Hop, Poetry-Slams und Lyrik-Performances, für die er europaweit auf Tour ist. Überdies hat er Babelsprech mitbegründet, ein Projekt zur internationalen Förderung junger Poesie. Auch seine Prosa öffnet den Blick. Sein aktueller Roman »Phantome« rückt ein Stück nahezu vergessener jüngerer euro­päischer Geschichte in den Blick – den Jugosla­wien­krieg. Während einer jungen Frau die Flucht nach Wien glückt, bleiben ihr Vater und ihr Freund zurück. -> Robert Prosser: »Phantome«, Ullstein fünf, September, 320 S., 20 €

© Melanie Hauke

Wahrscheinlich kennen mittlerweile mehr Menschen den Schriftsteller Sven Regener, obwohl er viel länger schon – seit über 30 Jahren – Texter und Sänger der Band Element of Crime ist und immer noch sagt: »Es gibt als Künstler
nichts Besseres, als Musik zu spielen.« Drei Millionen Bücher hat er verkauft, mit Abstand am erfolgreichsten war sein Debüt »Herr Lehmann«. In »Wiener Straße«, seinem fünften Roman, führt Sven Regener nun zurück in das Kreuzberg vor dem Mauerfall – selbstverständlich mit Frank Lehmann im Epizentrum einer surrealen Welt von Freaks und Hausbesetzern.
-> Sven Regener: »Wiener Straße«, Galiani Berlin, September, 304 S., 22 €

Wahrscheinlich kennen mittlerweile mehr Menschen den Schriftsteller Sven Regener, obwohl er viel länger schon – seit über 30 Jahren – Texter und Sänger der Band Element of Crime ist und immer noch sagt: »Es gibt als Künstler nichts Besseres, als Musik zu spielen.« Drei Millionen Bücher hat er verkauft, mit Abstand am erfolgreichsten war sein Debüt »Herr Lehmann«. In »Wiener Straße«, seinem fünften Roman, führt Sven Regener nun zurück in das Kreuzberg vor dem Mauerfall – selbstverständlich mit Frank Lehmann im Epizentrum einer surrealen Welt von Freaks und Hausbesetzern. -> Sven Regener: »Wiener Straße«, Galiani Berlin, September, 304 S., 22 €

© Charlotte Goltermann

Die angesagte junge Dramatikerin Sasha Marianna Salzmann kam 1995 mit ihrer Familie nach Deutschland und studierte hier Literatur und Szenisches Schreiben. Schon während dieser Zeit schrieb sie Theaterstücke, die später gefeiert und prämiert wurden. »Ich will eine Wirklichkeit auf der Bühne, die meine Wirklichkeit in meinem Alltag widerspiegelt«, sagt sie. Auch ihr Debütroman porträtiert Zeiten und Orte, die sie kennt. Er führt zurück in das Moskau der post­sowjetischen Jahre – und von dort nach Berlin und Istanbul. 
-> Sasha Marianna Salzmann: »Außer sich«, Suhrkamp, September, 366 S., 22 €

Die angesagte junge Dramatikerin Sasha Marianna Salzmann kam 1995 mit ihrer Familie nach Deutschland und studierte hier Literatur und Szenisches Schreiben. Schon während dieser Zeit schrieb sie Theaterstücke, die später gefeiert und prämiert wurden. »Ich will eine Wirklichkeit auf der Bühne, die meine Wirklichkeit in meinem Alltag widerspiegelt«, sagt sie. Auch ihr Debütroman porträtiert Zeiten und Orte, die sie kennt. Er führt zurück in das Moskau der post­sowjetischen Jahre – und von dort nach Berlin und Istanbul. -> Sasha Marianna Salzmann: »Außer sich«, Suhrkamp, September, 366 S., 22 €

© Heike Steinweg

Seit »Simple Storys« gilt Ingo Schulze als einer der wichtigsten deutschsprachigen Erzähler der Gegenwart. Die titelgebende Hauptfigur seines neuen Romans, Peter Holtz, ist ein moderner Simplicissimus. Als DDR-Heimkind glaubt er zutiefst an den Kommunismus. Als er nach der Wende auf märchenhafte Weise reich wird, versucht er das Geld händeringend wieder loszuwerden. »Ich habe diesen Peter vor mir herlaufen lassen und war immer neugierig, wie er sich in den Situationen, denen ich ihn aussetze, verhalten wird«, sagt Schulze. Er verhält sich anders als andere – und das ist ein großes Lesevergnügen.
-> Ingo Schulze: »Peter Holtz«, S. Fischer, 
September, 576 S., 22 €

Seit »Simple Storys« gilt Ingo Schulze als einer der wichtigsten deutschsprachigen Erzähler der Gegenwart. Die titelgebende Hauptfigur seines neuen Romans, Peter Holtz, ist ein moderner Simplicissimus. Als DDR-Heimkind glaubt er zutiefst an den Kommunismus. Als er nach der Wende auf märchenhafte Weise reich wird, versucht er das Geld händeringend wieder loszuwerden. »Ich habe diesen Peter vor mir herlaufen lassen und war immer neugierig, wie er sich in den Situationen, denen ich ihn aussetze, verhalten wird«, sagt Schulze. Er verhält sich anders als andere – und das ist ein großes Lesevergnügen. -> Ingo Schulze: »Peter Holtz«, S. Fischer, September, 576 S., 22 €

© Gaby Gerster

Während Michael Wildenhain mit Hilfsjobs sein Geld fürs Studium der Informatik und Philosophie verdiente, war er in der Berliner Hausbesetzerszene aktiv. Die ausgiebige Beschäftigung mit der Berliner Subkultur in seinen frühen Büchern »zum beispiel k.« (1983) und »Prinzenbad« (1987) brachte Wildenhain den Beinamen »Homer des rebellischen Kreuzberg« (»Die Welt«) ein. Sein neues Buch führt weg aus Berlin, ins Londoner East End. Dort trifft der Literaturwissenschaftler Jörg Krippen aus Berlin auf die junge Stammzellenforscherin Mae, die ihm dabei hilft, sich zu orientieren. Krippen verliebt sich – und belügt sie, was seine Familie und seine linke politische Vergangenheit betrifft. 
-> Michael Wildenhain: »Das Singen der Sirenen«, Klett-Cotta, September, 323 S., 22 €

Während Michael Wildenhain mit Hilfsjobs sein Geld fürs Studium der Informatik und Philosophie verdiente, war er in der Berliner Hausbesetzerszene aktiv. Die ausgiebige Beschäftigung mit der Berliner Subkultur in seinen frühen Büchern »zum beispiel k.« (1983) und »Prinzenbad« (1987) brachte Wildenhain den Beinamen »Homer des rebellischen Kreuzberg« (»Die Welt«) ein. Sein neues Buch führt weg aus Berlin, ins Londoner East End. Dort trifft der Literaturwissenschaftler Jörg Krippen aus Berlin auf die junge Stammzellenforscherin Mae, die ihm dabei hilft, sich zu orientieren. Krippen verliebt sich – und belügt sie, was seine Familie und seine linke politische Vergangenheit betrifft. -> Michael Wildenhain: »Das Singen der Sirenen«, Klett-Cotta, September, 323 S., 22 €

© Marijan Murat

Julia Wolfs neuer Roman ist bereits eine Erfolgsgeschichte. Ihr Held ist Chef einer Hebebühnenfirma, ein Erotomane veralteter Schule, ein angeschlagener Patriarch. Nach einem Schwimmunfall lässt er in einem Bewusstseinsstrom sein Leben seit den 50er Jahren Revue passieren. Ist Walter Nowak eine Figur, deren in eigenwillig-kunstvoller Sprache gehaltener Monolog den Leser in den Bann zieht? Oder bloß ein Typ voller Stereotypen, ein vorgeführter Spießer mit allzu leicht durchschaubaren Lebenslügen? »Walter Nowak bleibt liegen« ist ein Buch, über das bereits heftig gestritten wird – und gerade deshalb so interessant. 
-> Julia Wolf: »Walter Nowak bleibt liegen«, Frankfurter Verlagsanstalt, 160 S., 21 €

Julia Wolfs neuer Roman ist bereits eine Erfolgsgeschichte. Ihr Held ist Chef einer Hebebühnenfirma, ein Erotomane veralteter Schule, ein angeschlagener Patriarch. Nach einem Schwimmunfall lässt er in einem Bewusstseinsstrom sein Leben seit den 50er Jahren Revue passieren. Ist Walter Nowak eine Figur, deren in eigenwillig-kunstvoller Sprache gehaltener Monolog den Leser in den Bann zieht? Oder bloß ein Typ voller Stereotypen, ein vorgeführter Spießer mit allzu leicht durchschaubaren Lebenslügen? »Walter Nowak bleibt liegen« ist ein Buch, über das bereits heftig gestritten wird – und gerade deshalb so interessant. -> Julia Wolf: »Walter Nowak bleibt liegen«, Frankfurter Verlagsanstalt, 160 S., 21 €

© Franziska Rieder

Christine Wunnicke gilt als Geheimtipp. Die in München lebende Autorin hat in den vergangenen 20 Jahren eine Reihe von Büchern vorgelegt, die sich mit stilistischer Finesse und profunder Detailkenntnis den Irrwegen des Wissens und den Kuriositäten der Kulturgeschichte widmen. Sarkasmus und Schalk verbinden sich in ihrem neuen satirischen Wissenschaftsroman »Katie«, der im nebligen London des Jahres 1870 spielt und die Ära des ­Spiritismus wiederaufleben lässt. Okkulter Spuk oder ein seriöses neues Forschungsgebiet? Dieser Frage geht Sir William Crookes auf den Grund – mithilfe des 200-jährigen Mediums Katie.
-> Christine Wunnicke: »Katie«, Berenberg Verlag, 176 S., 22 €

Christine Wunnicke gilt als Geheimtipp. Die in München lebende Autorin hat in den vergangenen 20 Jahren eine Reihe von Büchern vorgelegt, die sich mit stilistischer Finesse und profunder Detailkenntnis den Irrwegen des Wissens und den Kuriositäten der Kulturgeschichte widmen. Sarkasmus und Schalk verbinden sich in ihrem neuen satirischen Wissenschaftsroman »Katie«, der im nebligen London des Jahres 1870 spielt und die Ära des ­Spiritismus wiederaufleben lässt. Okkulter Spuk oder ein seriöses neues Forschungsgebiet? Dieser Frage geht Sir William Crookes auf den Grund – mithilfe des 200-jährigen Mediums Katie. -> Christine Wunnicke: »Katie«, Berenberg Verlag, 176 S., 22 €

© privat

Feridun Zaimoglu hat von der harten Welt des Ruhrgebiets erzählt (»Ruß«), ein Berlin fernab der hell beleuchteten Boulevards und coolen Szenekneipen gezeigt (»Isabel«) und er ist in das Land seiner Herkunft zurückgekehrt und hat Istanbul zum Leuchten gebracht (»Siebentürmeviertel«). Jetzt entführt dieser Schriftsteller, der als Kleinkind nach Deutschland kam und hier erst Medizin und dann Kunst studiert hat, in die Lutherzeit. »Evangelio« wirft die Leser mit Wonne und Wucht hinein ins 16. Jahrhundert und lässt sie teilhaben an Luthers größtem Projekt: der Bibelübersetzung. Es ist – auch deshalb – ein Roman, in dem die Sprache selbst im Mittelpunkt steht.
-> Feridun Zaimoglu: »Evangelio«, Kiepenheuer & Witsch, 345 S., 22 €

Feridun Zaimoglu hat von der harten Welt des Ruhrgebiets erzählt (»Ruß«), ein Berlin fernab der hell beleuchteten Boulevards und coolen Szenekneipen gezeigt (»Isabel«) und er ist in das Land seiner Herkunft zurückgekehrt und hat Istanbul zum Leuchten gebracht (»Siebentürmeviertel«). Jetzt entführt dieser Schriftsteller, der als Kleinkind nach Deutschland kam und hier erst Medizin und dann Kunst studiert hat, in die Lutherzeit. »Evangelio« wirft die Leser mit Wonne und Wucht hinein ins 16. Jahrhundert und lässt sie teilhaben an Luthers größtem Projekt: der Bibelübersetzung. Es ist – auch deshalb – ein Roman, in dem die Sprache selbst im Mittelpunkt steht. -> Feridun Zaimoglu: »Evangelio«, Kiepenheuer & Witsch, 345 S., 22 €

© Melanie Grande

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