Direkt mit dem Debütroman auf unserer Hardcover-Belletristik-Liste platziert sich Miriam Carbe, die als Redakteurin bei Arte arbeitet: "Unerwünschte Töchter" (Hanser; ET: 28. Mai) steigt auf Platz 24 ein. In ihrem Familienroman erzählt Carbe ebenfalls von vier verschiedenen Frauen, die jeweils eine Generation verkörpern: Margarethe, Marianne, Monika und Miriam. Ausgehend vom Dresdner Bildungsbürgertum macht die Autorin ein ganzes deutsches Jahrhundert erlebbar, wie der Verlag schreibt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Sehnsucht nach Selbstbestimmung und ein Zerwürfnis, das sich nach der Übersiedlung in den Westen zuspitzt, als Monika in den Sechzigerjahren gegen alle Widerstände ein uneheliches schwarzes Kind zur Welt bringen will; die Autorin selbst ist dieses Kind. Mit dem Buch wird Carbe im Herbst auch auf Tour gehen, unter anderem in Hamburg, Dresden, Köln und München.
Ebenfalls neu in den Charts ist die Anthologie "Die Damentoilette" (Park X Ullstein; ET: 25. Juni), die auf Platz 22 in die Sachbuch-Hardcover-Liste einsteigt. Der Band versammelt 22 Liebeserklärungen an einen Ort, an dem Fremde zu Komplizinnen werden – ein "Safe Space", an dem sich Solidarität, Glücksmomente und Zusammenbrüche gleichermaßen abspielen. Entstanden ist das Projekt als Reaktion auf eine Debatte, die nach einer "druckfrisch"-Besprechung durch Denis Scheck Fahrt aufgenommen hatte: Er hatte dabei die Damentoilette abfällig als "Schnatterzone" bezeichnet – Park X Ullstein dreht das nun um und feiert sie als Raum der Begegnung, der alles andere als unpolitisch ist. Sophie Passmann bringt es in ihrem Blurb auf den Punkt: "Geschnatter auf der Damentoilette für immer."