Verlage warnen vor ihren Büchern

Auf Sensitivity-Niveau

26. November 2021
von Michael Lemling

In diesem Bücherherbst warnen Verlage vor der eigenen Buchproduktion. Sie beleidigen damit die Intelligenz des geneigten Lesepublikums, meint der Münchner Buchhändler Michael Lemling.

Michael Lemling ist Geschäftsführer der Buchhandlung Lehmkuhl in München.

Sensitivity Reading war bislang eine Sache für Young Adults. Auf der Fischer-Tor-Homepage finden junge Fantasybegeisterte kleine Essays zur Frage, was Sensitivity Reading eigentlich ist und was divers Schreiben bedeutet. Wer mit dem Gedanken spielt, sich an Sci-Fi oder Fantasy schreibend auszuprobieren, wird auf eine Initiative verwiesen, die das sensible Lesen und Schreiben zum Geschäftsmodell entwickelt hat. Jungautoren, die in ihrem Roman eine Figur mit einer Behinderung darstellen möchten, können sich dort an Lisa wenden. Sie ist Expertin und weiß, wie man Mikroaggressionen umschifft. Wer gendersensibel schreiben möchte, kann Jerney kontaktieren. Die Triggerwarnung gehört unbedingt dazu. Beim Bastei-Lübbe-Imprint Lyx wird selbst vor Inhalten wie Tod, Verlust und Trauer gewarnt und – guter Service – die Nummer der Tele­fonseelsorge angezeigt.

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