Impressionen 2026
Bilder von der Leipziger Buchmesse 2026.
Bilder von der Leipziger Buchmesse 2026.
Die Duisburger Buchhandlung Scheuermann hatte schon in einem Instagram-Post ihre Empörung über den Ausschluss dreier Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis geäußert, später ein Gespräch mit Weimer gewünscht. „Aber er entzieht sich ja!“ Ihrem Ärger machen Elisabeth Evertz und Anke Johannsen Luft – verkleidet wie im Wimmelbilderbuch „Wo ist Walter“, erbitten sie Hinweise: „Wo ist Weimer?“
Die Favoritenpresse verteilt mit einer Karikatur großzügig die E-Mail-Adresse des Bundesamtes für Kultur.
Buchhändler Jörg Robbert und etliche Mitstreiter trugen die T-Shirts mit Banned Bookshop-Shirts beim Besuch der "Unabhängigen" und sprachen mit Karsten Dehler (Kurt Wolff Stiftung) und Britta Jürgs (Aviva).
Dieses Bekennerschreiben trugen etliche Gäste beim Hanser-Taschenbuchfest am Revers. Der Verlag hatte die Sause in der Schaubühne kurzerhand zur "Statt Buchhandlungspreis-Fete" umgewidmet. "Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren!", hieß es dort. Ob man den Ruf auch in Berlin hörte? Mehr zum Abend hier.
Die vom Buchhandlungspreis ausgeschlossenen drei Buchhandlungen Rote Straße (Göttingen), Zur schwankenden Weltkugel (Berlin) und Golden Shop (Bremen) waren nicht persönlich anwesende, schickten aber Grußbotschaften, die beim Empfang des Börsenvereins abgespielt wurden. Ihre Fans brachten Werbemittel, die sie zuhause hatten, zur Messe mit.
Dietmar Dath trug ein T-Shirt des Golden Shop – einer der drei vom Buchhandlungspreis ausgeschlossenen Buchhandlungen. Im Verlag Golden Press, der zu der Bremer Buchhandlung gehört, ist sein Buch „Du Bist Mir Gleich“ erschienen – ein Roman über eine Wissenschaftsredakteurin, die einen Nachruf auf eine Mathematikerin schreiben soll. Bei der Preisverleihung verriet Dath, welches Wort er NIE MEHR in einer Kritik lesen wolle ... welches dieses Unwort der Literaturkritik ist, lesen Sie hier.
Manche mutmaßten, Kulturstaatsminister Weimer habe sich inkognito unter die Buchmessebesucher gemischt. Aber in welcher Verkleidung?
Katerina Poladjan und ihre Familie haben ein repressives, totalitäres politisches System in der Sowjetunion erlebt, bevor sie nach Deutschland kam. in ihrer Dankesrede zum Preis der Leipziger Buchmesse ging sie kurz, aber prägnant auf den Skandal um den Deutschen Buchhandlungspreis ein: „Ein staatliches Handeln, das sich auf nicht bekannte geheimdienstliche Erkenntnisse beruft, muss bei mir eine Erinnerung hervorrufen.“
Sachsens CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer erbot im Gewandhaus seine Hilfe beim Auftreiben des nötigen Geldes für den DNB-Erweiterungsbau (einer der zahlreichen Kritikpunkte am Kurs des Kulturstaatsministers) und sprach den bemerkenswert klaren Satz: "Wir hören erst auf, Bücher zu sammeln und zu archivieren, wenn es sie nicht mehr gibt – und nicht schon vorher." Am nächsten Tag sprach Wolfram Weimer in der DNB und deutete einen Kurswechsel an: "Wenn wir dafür bauen müssen, dann bauen wir".
Was los ist, wenn das Konzept Nationalbibliothek NICHT reibungslos funktioniert, wurde am Stand von TRADUKI besprochen. Direktorinnen der Nationalbibliotheken Bosnien-Herzegowina (Sarajevo) und Kosovo (Pristina) berichten: die Digitalisierung steckt auf halbem Wege fest, EU-Förderanträge werden nicht weitervermittelt, die Interimsheimat in einer Kaserne (nach der Zerstörung im Krieg 1992) bietet keinen adäquaten Lesesaal, der Sammlung fehlen in der Diaspora produzierte Bücher. Und die Frage, wie ein ethnonationales Kulturverständnis mit dem Konzept einer territorialen Nationalbibliothek zusammenpasst, ist bei Weitem nicht ausdiskutiert. Doch das Ziel: das „intellektuelle und kulturelle Erbe zu sammeln und zugänglich zu machen“ wird mit langem Atem weiterverfolgt – dieses Engagement merkt man den Gästen an.
Unter Polizeischutz besucht AfD-Politiker Maximilian Krah den Stand des Castrum Verlags, wo er einen Vorrat seines Buchs signierte. Eine für das Veranstaltungsprogramm angemeldete Buchvorstellung war von der Buchmesse aus Sicherheitsgründen abgelehnt worden – gezeigt und verkauft werden durfte das Werk natürlich.
Im Zeitgeschichtlichen Forum in der Innenstadt. Grund des Andrangs: Eva von Redecker mit ihrer Analyse des neuen Faschismus („Dieser Drang nach Härte“ (S. Fischer), Miljenko Jergović (Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2026) im Gespräch und eine Diskussion über den Westbalkan.
Ein kritischer Blick auf die Buchbeschreibung.
Zehn Länder, die an der Donau liegen, konnten sich an am Schwerpunktthema Donau beteiligen.
2044 Aussteller aus 54 Ländern reisten 2026 an (2025: 2040 Aussteller aus 45 Ländern), so die Statistik bei der Eröffnungspressekonferenz. Das spiegelt sich auch im Programm: Aufmerksame Zuhörer lauschten, wie die Übersetzerinnen Kristine Kallert und Karen Noelle Beispielen aus der Werkstatt des Übersetzens erläuterten, wie Rhythmus, Alliteration und Syntax zu einem stimmigen Text übertragen werden. Moderiert von Patricia Klobusiczky.
Um Zugang zur heiligen LYX-Halle zu bekommen, warten Fans geduldig an der Seite der Halle 4, und im Lauf der Messe verlagerte sich das Ende der Schlange bis in den Übergang zu Halle 5 ...
Sonderfläche von Lübbes Romance-Imprint.
Irgendwie schon für Romantiker, aber dennoch nichts für Zartbesaitete: Dark Dark Romance (sic!) und Mafia Romance beim Verlag Nova MD.
Die Buchbar ist ein aufblasbares Veranstaltungszentrum, das wie eine überdimensionale Hüpfburg aus Badeschaum aussieht, aber innen festen Boden, Sitzgruppen und Kaffee bietet. Viele Autor:innen sind stundenweise zu Gast, entsteigen der weißen Literaturhöhle lächelnd und nehmen anschließend am Signiertisch Platz.
Droemer hat Sebastian Fitzek wieder ein Schloss gebaut, in dem der Bestsellerstar wie der freundlichste König der Geschichte residiert und den Signierfüller wie ein Zepter schwingt. Um den Ansturm zu ordnen, führten Lakaien in hellblauen Buchmesse-Shirts eine knappe Hundertschaft von Fans zum Warten vors Hallentor.
Austausch im wachsenden Netzwerk von Nominierten und Preisträger:innen des Börsenblatt Young Excellence Awards: Hier spricht YEAWARD-Preisträgerin 2024 Helen Daughtrey (links) mit Colin Hauer (CEO Hörbuch Hamburg) rechts, In der Mitte: turnt YEAWARD-Projektleiter Kai-Uwe Vogt als lebender Wecker herum: "RingRing, sieben Minuten sind um, Platzwechsel!"
Der Preisjahrgang 2026 hat gerade begonnen - noch bis 17. April dürfen Young Professionals für die Auszeichnung vorgeschlagen werden. Alle Infos dazu hier.
Im Kirchenraum des Paulinums war Boualem Sansal im Gespräch mit Katajun Amirpur, Irina Scherbakowa und Natascha Freundel über Meinungsfreiheit.
Unten im Keller saßen Simultandolmetscher für mehrere Sprachen, jeder Gast und die Podiumsgäste hatte einen Kopfhörer und zwei Kanäle für die Tonausgabe - keine einfache Aufgabe für Moderatorin Thea Dorn. Ein Bericht über die Veranstaltung folgt in den nächsten Tagen.