Gastspiel zur Frankfurter Buchmesse

Neuanfang für alle

27. Oktober 2021
von Börsenblatt

Die Buchmesse hat wieder Branchennachwuchs aus aller Welt zum Fortbildungs- und Vernetzungsprogramm eingeladen: Der Fellowship-Jahrgang 2021 über seine Eindrücke aus Frankfurt. 

Die Frankfurt Fellows 2020/2021 im Frankfurter Haus des Buches.

Diese Frankfurter Buchmesse war ungewöhnlich. Nach fast zwei Jahren ohne persönlichen Austausch mit Verlegern und Agenten erscheint es uns wie ein Wunder, hier zu sein. Ohne Zweifel ist dies ein Neuanfang: für die Buchmesse, für die Buchbranche und auch für uns. Hier in Frankfurt dabei gewesen zu sein, war der beste Weg, um zur »Normalität« zurückzukehren

Die außergewöhnlichen Leute von der Frankfurter Buchmesse, die sich leidenschaftlich um unser Programm gekümmert haben, die vielen Verleger, Buchhändler und Agenten mit ihren Netzwerken, die wir während des Frankfurt Fellowship-Programms (buchmesse.de/fellows) getroffen haben – viele Begegnungen werden in Erinnerung bleiben. Natürlich konnten wir Fellows auch viel voneinander lernen, das ist klar. Und es ist einfach immer wieder schön, sich von den vielen Verlagsständen auf der Buchmesse inspirieren zu lassen.  

Was man nicht vergessen darf: Viele von uns haben mittlerweile fast zwei Jahre Arbeiten im Homeoffice hinter sich. Da war der Besuch der Frankfurter Buchmesse wie aus der Höhle zu kommen und ein Sonnenbad zu nehmen! 

Learnings

Ob Italien, Indonesien oder Brasilien: Wir Frankfurt Fellows haben viel über die Buchindustrie in all den Ländern erfahren, die mit einem Fellow vertreten waren. Es war interessant, wie ähnlich unsere Märkte sein können, zum Beispiel beim Thema TikTok als Marketingtool für junge Leser. Aber auch die Unterschiede waren spannend, beispielsweise, dass Sachbücher in Japan kein starkes Segment sind oder dass es im Iran eine starke Buchclub-Kultur gibt. Besonders fasziniert hat uns die Arbeit unabhängiger Verlage aus dem Einladungsprogramm der Frankfurter Buchmesse. Viele von ihnen kamen aus Ländern, in denen sich die Buchindus­trie noch entwickelt. So ebnen sie mit ihrer Pionierarbeit den Weg für zukünftige Generationen von Lesern. 

Der Besuch in Frankfurt war wie aus der Höhle zu kommen und ein Sonnenbad zu nehmen!

Virtuell ist anders

Einige von uns haben aber auch virtuell am Frankfurt-Fellowship-Programm teilgenommen – an den Masterclasses und »The Hof« und an arrangierten Treffen mithilfe der Matchmaking-Tools der Frankfurter Buchmesse. Das ist natürlich nicht dasselbe, vor allem nicht für die, die vorher bereits persönlich auf der Frankfurter Buchmesse waren. Die meisten von uns würden es immer noch vorziehen, in Frankfurt Verleger und Literaturagenten persönlich zu treffen. Trotzdem haben wir für dieses Mal auch aus der Ferne viele Branchenleute getroffen – und alle haben sie wertvolle Einblicke in ihre Unternehmen mit uns geteilt. Bleibt nur die Hoffnung, die virtuellen Gesprächspartner im nächsten Jahr persönlich treffen zu können.

Re:Connect. Wie ist die diesjährige Frankfurter Buchmesse verlaufen? Alle wichtigen Themen wie die Diskussion zu den rechten Verlagen, die Messebilanz von Jürgen Boos, ein Interview mit Michael Busch zur Konditionendebatte, Bilder, Stimmen und vieles mehr finden Sie in der Börsenblattausgabe 43, die am Donnerstag, 28.10.21 erscheint! Wie immer liegt unserem Messeberichtsheft das Börsenblatt-Sonderheft zur Verleihung des Friedenspreises bei.