Jeden ersten Mittwoch im Monat treffen sich Lux und ihre Mitarbeiterinnen – eine Teilzeitkraft und eine Auszubildende – mit ihren "Testleser:innen" im 105 Quadratmeter großen Laden: Grundschüler:innen von 16.30 bis 17.30 Uhr, Fünf- bis Siebtklässler:innen von 17.30 bis 18.30 Uhr, Ältere ab der achten Klasse von 18.30 bis 19.30 Uhr. Die Treffen sind beliebt, es gibt Wartelisten. Lux veranstaltet Vorlesestunden, Bücherheldenpartys, Schlafanzuglesungen für Fünf- bis Neunjährige, Forschungswerkstätten, Manga-Workshops und, und, und. Sechs Mal ist Nimmerland mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet worden.
Seit einem Jahr bietet sie einen wöchentlichen Babytreff an, um Eltern Raum zu geben, "ganz locker mit Kaffee, Tee, Keksen, es werden zwei Bücher kurz vorgestellt – die Eltern sollen Nimmerland mit etwas Positivem verbinden". An Ideen mangelt es Lux nie, höchstens an Zeit. Ihr größter Ausgleich sind die beiden Hunde, mit denen sie morgens eine Stunde in Ruhe am Rand Gonsenheims läuft. Seit sie eine elf Monate alte Enkelin hat, strickt sie "und ich bastele gern, nicht zuletzt für die Schaufenster; das macht mir einfach Spaß". Ihr Resümee nach 20 Jahren Nimmerland? "Was kann es Schöneres geben, als wenn Kinder in die Buchhandlung kommen, häufig allein, und sagen: ,Kannst du mich mal beraten?' " Oder wenn die Erstleserin unbedingt auch Band 2, 3 und 4 der Dunne-Serie lesen wolle und nicht die 113. Version von "Die schönsten Meerjungfrauen-Geschichten". Deshalb sei ihr Beruf eben doch der allerschönste der Welt, "auch wenn ich das in den ersten 20 Jahren meiner Berufstätigkeit noch nicht wusste. Dafür waren die nächsten 20 dann umso beglückender."