Premiere in Hamburg

Tokyopop startet neue Reihe

19. März 2026
Jule Heer

Seit 20 Jahren erscheint sie in Japan, 86 Bände zählt sie: Die Manga-Serie "Kingdom" gibt es jetzt auch auf Deutsch. Tokyopop hat den Start in Hamburg gefeiert.

Tokyopopparty in Hamburg

Release-Party in Hamburg: Benedict Reichelt, Benjamin Sumfleth und Tobias Range sprechen über "Kingdom"

Die Säulen im Eingangsbereich des Museums für Kunst und Gewerbe sind mit Scheinwerfern angeleuchtet, es drängen sich Menschen in Grüppchen zusammen - von leger über schick gekleidet, bis hin zu in Cosplay kostümiert. Hin und wieder sieht man auch ein bedrucktes T-Shirt aufblitzen: “Kingdom” steht darauf, denn darum geht es an diesem Freitagabend in Hamburg – der Verlag Tokyopop feiert den Release der neuen Manga-Reihe. Und nicht irgendeiner, denn Kingdom erscheint in Japan inzwischen seit 20 Jahren, im Januar ist der 78. Band erschienen.

Entsprechend groß ist das Projekt, diese Reihe, die mit sechs Anime-Staffeln und mehreren Live-Action-Filmen auch schon auf Leinwänden erlebbar ist, ins Deutsche zu übertragen. Ab April soll monatlich ein neuer Band erscheinen, sieben Jahre wird Tokyopop damit beschäftigt sein und damit Verlagsleiterin Susanne Hellweg "in meine Rente begleiten", wie sie verrät. "Das ist ein ganz wunderbares Gefühl", findet sie.

Gefeiert wird dieser Abend mit Live-Musik von Kion Dojos, eine japanische Taiko-Trommelgruppe. Mit ihrer Ausdauer und energetischem Auftreten ziehen sie das Publikum im gut gefüllten Spiegelsaal in den Bann.

Die Serie wird mich in meine Rente begleiten.

Susanne Hellweg, Verlagsleiterin bei Tokyopop

Wie ein Ritterschlag

Was so besonders ist an Kingdom? Chefredakteur Benjamin Sumfleth zufolge sei “Kingdom einfach Kult”. Selten erstrecke sich eine Manga-Reihe über so viele Jahre. Das Setting im alten China - zu Beginn im Jahr 250 v. Chr., die Zeit der Streitenden Reichen, sei auch deshalb spannend, weil es auf wahren Begebenheiten beruhe, wie Tobias Range, der "Kingdom" verantwortende Redakteur erklärt. 

Diese Lizenz erworben zu haben, komme für den Verlag einen Ritterschlag gleich. Für das Vertrauen des japanischen Verlages Shueisha ist das Team sehr dankbar. Sowohl in Manga-Foren, auf Social Media als auch in Anfragen direkt an den Verlag hätten sich Leser:innen immer wieder erkundigt, ob und wann "Kingdom" auf Deutsch erscheine, die Nachfrage sei also da.

Dass es so ein Großprojekt ist, bedeutet auch, dass lange der Überblick über Plot, Figuren, ihre sprachlichen Besonderheiten gewahrt werden muss. Deshalb gibt es im Verlag ein umfangreiches Google Docs als Glossar.

Im Anschluss feiert der Verlag mit seinen Gästen mit Fingerfood-Buffet, Getränken und Goodie Bags das Erscheinen dieser historischen Reihe, die – um sie in Manga Genre einzuordnen, ein “Seinen-Manga mit Shōnen-Spirit” sei, wie Tobias Range erzählt.