Engagierte Nachwuchskräfte kritisieren, dass ihr Einsatz häufig nicht ausreichend wertgeschätzt wird. Unternehmen unterstützen Nachwuchsformate zwar finanziell, im Arbeitsalltag spiegelt sich das aber oft nicht wider: Volontär:innen, Auszubildende und Young Professionals werden selten aktiv auf Veranstaltungen hingewiesen, erhalten nicht selbstverständlich Freistellungen und bekommen organisatorische Unterstützung nur punktuell.
Dazu kommt die Standortfrage: Viele Events finden in Großstädten statt. Für Nachwuchskräfte außerhalb der Ballungsräume sind damit Zusatzkosten verbunden – bei niedrigen Einstiegsgehältern nicht immer leistbar. Mehr digitale und hybride Formate helfen, reichen aber allein nicht aus. Reisekostenzuschüsse und verbindliche Freistellungen wären ein starkes Signal.
Dabei gibt es bereits zahlreiche gute Initiativen – vom Zukunftsparlament über Genossenschaften wie zora.lit bis zu Netzwerken wie JVM oder Claus. Entscheidend ist, diese Angebote nicht nur für die "Insider" sichtbar, sondern gezielt zugänglich zu machen – auch für Menschen, die erst überlegen, Teil der Branche zu werden. Die Buchbranche sollte nicht darauf warten, dass Interessierte zufällig auf sie stoßen. Sie muss aktiv, persönlich und vor Ort ansetzen – und zeigen, was sie einzigartig macht: eine Community, die Austausch ermöglicht und Nachwuchs nachhaltig fördert.